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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Galle.

neuere Physiologen läugnen diefs und glauben, sie sei nurdazu bestimmt, ausgeleert zu werden. Bei Abhandlung desVerdauungsprozesses werde ich hierauf zuriickkommen.

Die Galle wird zuweilen zu technischen Endzweckengebraucht, z. B. zum Ausmachen von Fettflecken aus Zeu-gen, zum Vermischen mit gewissen Malerfarben, in derHeilkunde als inneres und äufseres Heilmittel. Um sie zubeliebigem Gebrauch vorriithig aufbewahren zu können,dampft man sie zur Extractdicke ab, wo sie dann nichtmehr so leicht verdirbt. Ehemals wandte man in derHeilkunde mehr die Bärengalle an, weil der Bär, wie derMensch, zugleich von thierischer und vegetabilischer Nah-rung lebt; jetzt aber nimmt man dazu fast nur die Och-sengalle. Mit Hechtgalle soll man Flecken von der Horn-haut des Auges weggenommen haben.

C. Der Verdauungsprozefs und seine Producte.

In dem Vorhergehenden haben wir, so zu sagen, dieApparate und Fragenden des chemischen Prozesses abge-handelt, welcher nun den Gegenstand unserer Betrachtungausmachen soll, des Verdauungsprozesses nämlich, durchwelchen die Thiere die verschiedenen von ihnen verzehr-ten Nahrungsmittel auf eine solche Weise um wandeln, dafsdadurch der tägliche Verbrauch an Blut ersetzt wird.

Alle Nahrungsmittel sind ohne Ausnahme organischenUrsprungs. Gewisse Thiere leben nur von Pflanzenstoifen,andere nur von Fleisch, und noch andere von beiden zu-gleich; so auch der Mensch. Nicht alle Pflanzen- undthieriseben Theile sind von solcher Beschaffenheit, dafssie als Nahrungsmittel dienen können. Der Verdauungs-prozefs mufs daher zunächst in einem Ausziehen des Brauch-baren von dem Unbrauchbaren bestehen.

Zu den Bestandtheilen aus dem Pflanzenreich, welchezur Ernährung der Thiere beitragen, gehören vor Allengewisse stickstoffhaltige Substanzen, z. B. Pfianzeneiweifs,Pflanzenleim (Kleber), Fungin und einige in verschiede-nen Pflanzen vorkommende, dem Fleischextract ähnlicheStoffe; sie finden sich vorzüglich in den Saarnen der Grä-