Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174

Galle.

und mit noch mehr Säure vermischt, so findet man, dafssie von denselben Säuren, welche das ßlutwasser coagu-liren, gerinnt, dafs sie dagegen aber von Essigsäure oderPhosphorsäure in der Modification, wie sie nach mehrtä-giger Auflösung geworden ist, durchaus nicht gefällt wird,und dafs sich der Niederschlag mit den anderen Säurenwie der vom Eiweiß verhält, dafs sich nämlich eine gewissegeringere Menge Säure mit dem in der Galle Aufgelöstenvereinigt, ohne es zu fällen, und erst bei Zusatz einesgröfseren Säure-Ueberschusses eine in der saureren Flüs-sigkeit unlöslich gewordene Verbindung mit der Säure nie-derfällt. Dagegen mag man noch so viel Essigsäure zu dervom Schleime befreiten Galle hinzufügen, so entsteht keinNiederschlag; die Säure läfst sich durch Verdunsten entfer-nen, und der eingetrocknete Rückstand ist nachher dochwieder in Wasser löslich. Diese allgemeine Bemerkungglaubte ich vorausschicken zu müssen, bevor ich zu derspeeielleren Beschreibung der Gallen-Analyse komme. Ichwerde dabei die Resultate zu Grunde legen, die ich selbstbei einer (im Jahre 1807) mit Säure angestellten Analyseder Galle erhielt, ungeachtet der Unvollkommenheiten die-ser Analyse; denn unsere Kenntnissg von der Zusammen-setzung dieser Flüssigkeit beruhen, wie ich schon sagte,noch auf keinem so sicheren Grund, dafs sie aus den ge-sammelten Resultaten der Arbeiten von Mehreren zu einemGanzen zusammengegossen werden könnten, sondern siemüssen, als Beiträge zu künftiger vollständigerer Kennt-nifs dieses Gegenstandes, jede für sich angeführt werden.

Wird Ochsengalle bis zur Consistenz von Exlract ab-gedampft und dieses dann mit Alkohol vermischt, so bleibteine gelbgraue Substanz ungelöst. Diese Substanz, die sichnun nicht mehr in Wasser auflöst, wurde von älteren Che-mikern für Eiweifs gehalten; da sie aber auch von Essig-säure aus der Galle niedergeschlagen wird, so kann sienicht Eiweifs sein. Sie ist der Schleim der Gallenblase,wiewohl er in diesem Zustande nicht wie der Schleimaussieht, der die innere Seite der Gallenblase bedeckt.

Letzterer von der Gallenblase abgeschabt, gleicht völ-