Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

Galle.

173

Nachdem man durch Gmelins Untersuchung alledie von ihm aus der Galle abgeschiedenen merkwürdigenStoffe kennen gelernt und ihre chemischen Verhältnissemit denen der Galle, in der sie noch alle beisammen sind,verglichen hat, geräth man in ein Labyrinth, aus dem mansich nur schwer herausfindet; und vergleicht man fernerdie bei der Analyse der Galle durch Säuren erhaltenenProducte mit denen, die durch Fällung der Bestandtheileder Galle vermittelst Metallsalzen erhalten werden, so wirdman hierdurch um Nichts klarer. Allein es wird dannimmer wahrscheinlicher, dafs die Zusammensetzung derGalle wohl einfacher sei, als die analytischen Resultate zuergeben scheinen, dafs sie die eiweifsartigen Bestandtheiledes Blutes, zwar wesentlich verändert, aber in demselbenWasser aufgelöst und mit den im Blute vorkommendenSalzen unorganischen Ursprungs vermischt, enthalte, unddafs das von den eiweifsartigen Bestandteilen Hervorge-brachte eine so grofse Neigung zu Veränderungen in derZusammensetzung habe,- dafs es, durch Einwirkung von un-gleichen Reagentien, in verschiedene Verbindungen zer-setzt werde, die verschieden ausfallen nach den zu ihrerScheidung eingeschlagenen ungleichen Methoden, geradeso wie Oele und Fette, durch Einwirkung von Basen, selbstvon Bleioxyd und Zinkoxyd, in Zucker und in fette Säu-ren umgewandelt werden, und dafs diese leichte Umsetz-barkeit der Elemente bei den Bestandteilen der Gallevielleicht für ihre Verrichtungen bei dem Verdauungspro-zefs von grofser Wichtigkeit ist.

A. Behandlung der Galle mit Säuren.

Zuerst werde ich die Analyse der Galle mit Säurendurchgehen, da sie weniger mannigfaltige Producte liefert.Wird Galle, z. ß. Ochsengalle, mit einer geringen Mengeeiner Säure, selbst Essigsäure vermischt, so entsteht darinein hellgelber Niederschlag, der aus dem Schleim der Gal-lenblase besteht, wovon eine gewisse Menge in der Galleaufgelöst war. Durch diese Fällung verliert die Galle ihreschleimige Beschaffenheit. Wird hierauf die Galle filirirt