Galle. 171
der Gallenbereitung begriffen gewesenen Flüssigkeiten be-standen hat.
Krankheiten, mit einer wesentlichen Veränderung derLebennasse, sind gewifs nicht selten, allein die Arten sol-cher Veränderungen sind noch wenig untersucht worden.Frommherz und Gugert untersuchten eine Leberge-schwulst von einem Kranken, der an der Leber gelittenhatte, und dessen Leber 12 Pfund schwer geworden war.Sie hatte ein käseartiges Ansehen und war weifs. Die Or-ganisation der Leber schien gänzlich zerstört, und sie ent-hielt ein nicht verseiftes Fett mit ein wenig ungeronne-nem Eiweifs, etwas Fleischextract, etwas KäsestolF, Spei-chelstoff, einige Pieste von Blutgefäßen, Kochsalz undphosphorsauren Kalk. Sie enthielt kein Gallenfett, keinLeberharz und keine fetten Säuren.
2) Die Galle. Diese Flüssigkeit ergiefst sich aus derLeber durch einen eigenen Gang in den Zwölffingerdarm;dieser Gang öffnet sich hinter einer Falte, welche, solangeder Darm leer ist, über der Oeffnung liegend, sie ver-schliefst und sich erst während der Verdauung, wenn derDarm von der durchgehenden Masse etwas ausgespanntist, öffnet und die Galle frei ausfliefsen läfst. Zu diesemAusführungsgange stofsen noch zwei andere, der eine zurErgiefsung der Flüssigkeit aus dem Pancreas bestimmt,wie schon vorher bemerkt wurde, der andere zur Gallen-blase führend. Letztere ist ein kleiner, zur Aufnahme vonGalle bestimmter Behälter, der dicht auf der unteren Seiteder Leber aufsitzt, und besteht aus einer Schleimhaut,rundherum zuerst von einem dichteren Zellgewebe ver-stärkt und auf ihrer von der Leber abgewandten Seitemit dem Bauchfell (PeritonaeumJ überzogen. Die Gallen-blase nimmt die aufser der Verdauungszeit aus der Leberausfliefsende Galle, die sich dann nicht in den Zwölffin-gerdarm entleeren kann, auf. Sobald die Oeffnung fürden gemeinschaftlichen Gallengang nicht mehr verschlossenist, fliefst die Galle zu gleicher Zeit direct aus der Leberund der Gallenblase aus.
Die Galle ist grün, vom Gelblichgrünen bis in’s Sma-