Magensaft. 14 L
schwinden, sobald man die Bänder durchsclmeidet undso den Darm verlängert.
Die Länge des Darmkanals ist bei den verschiedenenThierarten verschieden, und gemeiniglich bei den grasfres-senden weit länger als bei den fleischfressenden. Bei demMenschen hat er 5 — 6 mal die Länge des Körpers.
B. *Secretionen, welche bei dem Verdauungs-Prozefs mitwirkend sind.
Ehe ich zur näheren Beschreibung der chemischen Pro-zesse komme, für die der Darmkanal der Hauptapparatist, werde ich die, bei diesem Prozefs mitwirkenden se-cernirten Flüssigkeiten und ihre Organe abhandeln. Dieersteren sind, in der Ordnung wie sie beigemischt werden :der Speichel, der Magensaft, die Flüssigkeit aus dem Pan-creas, die Galle und endlich der Darmsaft. Von diesenwerden der Magen- und Darm-Saft unmittelbar vomDarmkanal secernirt, weshalb ich sie zuerst anführe.
1, Der Magensaft.
Schon längst hat der Magensaft, wegen der bei ihmangenommenen Eigenschaft, für die verschiedenen Nah-rungsstoffe eine Art Universal-Auflösungsmittel zu sein, dieAufmerksamkeit der Chemiker auf sich gezogen, und daer bei näherer Untersuchung den Erwartungen nicht zuentsprechen schien, so ging man zu dem Gegentheil überund sprach ihm alle auflösende Kraft ab. Mit der Untersu-chung dieser Flüssigkeit haben sich beschäftigt: Wepfer,
Viridet, Rast, Reaumur, Spallanzani, Scopoli,Stevens, Carminati, Brugnatelli, Vauquelin,Montegre, Magendie, Chevreul, Thenard, Pr out,Lassaigne und Lenret, und Tiedemann und L. Gme-lin. Unter diesen sind es hauptsächlich Pr out und nach-her Tiedemann und Gmelin, welche uns die vorzüg-lichsten Aufschlüsse über die Natur und Absonderungsweisedieser Flüssigkeit geliefert, und dadurch die Widersprüchein den Angaben ihrer Yorgänger erklärt haben. Denn