Schleimhäute. 137
3. Schleimhäute.
Diese Häute umkleiden das Innere der meisten Ka-näle und Behälter für Flüssigkeiten, und ihren Namen ha-ben sie davon, dafs sie eine Menge kleiner feiner Drüseneinschliefsen, die einen Schleim absondern, womit dieseHäute sich beständig gegen den Einflufs der in dem Be-hälter enthaltenen, oder durch den Kanal geführten Flüs-sigkeiten oder Stoffe schützen. Die Schleimhäute hängenim Allgemeinen so zusammen, dafs sie als Fortsetzungenvon nur zweien besonderen betrachtet werden können.Die eine von diesen, die gastro-pulmonaris , ist dieje-nige, welche die innere Mundhöhle mit den Ausführungs-gängen der Speicheldrüsen und den Darmkanal bekleidet,aus welchem letztem sie sich in die Gallengänge, in dieGallenblase und den Ausführungsgang des Pancreas fort-setzt. Im Schlunde hängt sie mit derjenigen zusammen,welche die inneren Theile der Nase, die Thränenkanäleund die Luftröhre überzieht. Die andere dagegen, diegenito-urijiaria , überkleidet auf eine eben so zusammen-hängende Weise das Innere der Harnwege, der Harnblase,und der den Geschlechts-Verrichtungen angehörenden Se-cretionsorgane und Kanäle. In allen diesen ist die Schleim-haut eine unmittelbare Fortsetzung der Haut, von der siejedoch in ihrem chemischen Verhalten bedeutend abweicht;sie ist aber in Wasser ganz unlöslich, selbst bei langemKochen, wobei sie hart und spröde wird. Von Säurenwird sie sehr leicht zerstört und zu einem Brei aufgelöst,und man hat sogar behauptet, dafs man sie zuweilen nachdem Tode zum Theil in der freien Säure des Magensaf-tes, zumal in der nach unten gewandten, vom Magensaftebedeckten Seite, aufgelöst gefunden habe. Sie ist sehr leichtder Fäulnil's und Zerstörung unterworfen, und in kaltesWasser geweicht, verwandelt sie sich bald in einen röth-lichen Brei, noch ehe die übrigen Häute der Därme sichzu verändern angefangen haben.
Gleich wie die Schleimhaut eine Fortsetzung vom Co-rium der Haut zu sein scheint, so hat man auch die Epider-mis der Haut auf der Schleimhaut durch Schleim, der sie