Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

Faserstoff des Blutes.

37

oxyd übergossen, entwickelt der F'aserstofl Sauerstoflgasdaraus und verwandelt das Superoxyd in Wasser, ohne da-bei selbst seine Zusammensetzung zu verändern, und wenndie in die Flüssigkeit gelegte Menge von Faserstoff sehrgrofs ist, so ist die Einwirkung so heftig, dafs sich dabeiWärme entwickelt. Diese Einwirkung kommt indessennicht dem Faserstoff allein zu, sondern in höherem odergeringerem Grade noch einem grofsen Theil organischerGewebe, die keinen Faserstoff enthalten.

Das Verhalten des Faserstoffs zu Säuren und Al-kalien zeigt, dafs er bald die Kölle einer Basis, balddie einer Säure, oder wenigstens eines eleclrunegativenKörpers spielen kann.

Uebergiefst man Faserstoff mit concentrirten Säuren,so quillt er auf, gelatinirt und wird durchsichtig, und diefsgilt, mit Ausnahme der Salpetersäure, für alle Säuren.Durch verdünnte Säuren schrumpft der feuchte Faserstoffzusammen.

Concentrirte Schwefelsäure durchtränkt den trock-nen, reinen Faserstoff, er quillt dadurch zu einer gelbenGallert auf, die zwar die ganze Menge der Säure ein-saugt, sich aber nicht darin auflöst. Es entwickelt sich da-bei Wärme, die, wenn sie zu hoch geht, zur gegenseitigenZersetzung, nämlich Entwickelung von schweflichter Säureund Schwärzung der Masse, beitragen kann. In der Kältezersetzen sie sich einander nicht. Rührt man die gallert-artige saure Masse mit Wasser an, so schrumpft die Gallertaugenblicklich zu einem geringeren Volum, als der trockeneFaserstoff vor dem Uebergiefsen mit der Säure hatte, zu-sammen. Uebergiefst man weichen Faserstoff mit Schwe-felsäure, die mit dem 5 bis 6 fachen Gewichte Wassersverdünnt ist, so entsteht dieselbe zusammengeschrumpfteVerbindung, wie sie durch Vermischung der sauren Gal-lert mit W'asser erhalten wird. Diese eingeschrumpfteMasse ist eine Verbindung von Schwefelsäure mit Faser-stoff. Von verdünnter Schwefelsäure wird sie selbst nichtmit Hülfe von Wärme aufgelöst, und digerirt man sie zu-sammen, so entwickelt sich ein wenig Slickgas, indem die