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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
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Die Nerven.

dals schon die Form einen wesentlichen Einfluß auf dasIntellectuelle habe. In wie fern hieran auch die Zusam-mensetzung Theil nehme, weifs man noch nicht, wiewohlman gefunden hat, dafs bei Abstumpfung der Seelenkräfteim vorrückenden Alter die Masse des Gehirns härter unddichter wird, und dafs man es in manchen Fällen vonWahnsinn und Verrücktheit noch härter findet, als beiAlten. Daraus läßt sich wohl mit Sicherheit schließen, dafsdieser Zustand der Gehirnmasse an der Beschaffenheit derSeelenkräfte wesentlichen Antheil nehme.

Es würde hier ganz außer den Grenzen meines Ge-genstandes liegen, wollte ich mich bei den intellectuellenFunctionen und den verschiedenen Punkten im Gehirn,durch welche die einzelnen hervorgebracht zu werdenscheinen, aufhalten. Doch glaube ich durch ein Beispielzeigen zu müssen, wie weit wir noch davon entfernt sind,zu begreifen, wie die Verrichtungen des Gehirns vor sichgehen. Wir wollen uns nur einen Augenblick bei einerderselben aufhalten, bei dem Gedächtnifs. Diese Tafelnvon Gegenständen und Ereignissen, die sich ein Man-nesalter hindurch gebildet; diese durch Erzählungen oderdurch Lesen entstandenen, dunkeln, aber doch immer aus-gebildeten Tafeln; diese vielerlei Wörter der mehreren,von demselben Individuum verstandenen Sprachen; die Sy-steme von Thatsachen, die zu dem ganzen Umfang mehre-rer Wissenschaften gehören, und in einem einzigen Men-schengehirn aufbewahrt und zum Gebrauche stets bereit undfertig sind, sich dem Individuum anschaulich darzustellen;wo liegen sie alle in diesem engen Raume, in dieser emul-sionsartigen Masse? Welchen Theil hat die Materie, dasWasser, das Eiweiß und das Hirnfett an dieser sublimenThätigkeit, die doch ohne jene nicht vorhanden ist unddie bei der geringsten Verrückung derselben verändertwird oder ganz verloren geht? Wenn wir so natürlichvon einem heiligen Schauder ergriffen werden, indem wir,den Lehren der Astronomie folgend, das Universum, dieWelten alle und ihre endlose Fortsetzung in dem unbe-grenzten Raume betrachten, so muls das Staunen nicht ge-