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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Die Nerven. 23

unzugänglich. Die Chemie und Physik haben noch nichtden Standpunkt erreicht, und werden ihn auch vielleichtnie erreichen, dafs sie einen wesentlichen Theil der Ver-richtungen des Gehirns und der Nerven erklären könn-ten ; wenn dem aber auch so ist, so möge es mir verstat-tet sein, einen Augenblick des Lesers Aufmerksamkeit aufeinen Gegenstand zu festen, der so sehr unsere Bewun-derung verdient. Wir ehren so gerne durch unsere Be-wunderung die Schöpfer der Meisterstücke menschlicherKunst; hier liegt nun das höchste uns näher bekannteWerk des Schöpfers der Welt vor uns.

Unter den Verrichtungen des Gehirns versteht manalles das, was man bei Menschen und Thieren Intellectuelnennt, und es disponirt über einen grofsen Theil dessen,was freiwillige oder durch Zuthun des Thieres hervor-gebrachte Handlung ist, im Gegensatz der Verrichtung desoberen und mittleren Tlieiles des Rückenmarkes, welchesdurch seine mit Ganglien versehenen Nerven über die Thä-tigkeit der meisten, dem Willen nicht unterworfenen Or-gane disponirt. Die älteren Physiologen nahmen ein Sen-sorium commune an, in welches, gleichwie in einen Mit-telpunkt, das intellectuelle Wesen versetzt war. Die neue-ren, vorzüglich geleitet durch Ga 11s ausgezeichnete, aberlange verkannte Bemühungen, glauben zu finden, dals un-sere einzelnen intellectuellen Kräfte, besonderen und ihneneigenen Theilen des Gehirns angehören, dafs die verschie-dene Ausbildung des letzteren die Ursache der bedeutendgrofsen Verschiedenheit der Seelenkräfte, der Anlage zugewissen Verrichtungen, der Neigungen sei, wodurch sichdie verschiedenen Individuen von Menschen und von sol-chen Thieren auszeichnen, bei denen man das intellectuelleVermögen mehr entwickelt findet, wie beim Hund, demPferde, dem Elepbanten. Diefs ist bis zu dem Grade derFall, dafs man schon durch Untersuchung der äufserenGestaltung des Schädels auf Verschiedenheiten der Seelen-kräfte und Neigungen, wenn nicht mit völliger Gewifs-heit, doch mit einem hohen Grade von Wahrscheinlich-keit, schliefsen kann. Hierdurch ist es also entschieden,