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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Gehirn und Rückenmark.

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Nach Vauquelin haben Medulla oblongata undRückenmark dieselbe Zusammensetzung wie das Gehirn,enthalten aber weit mehr Hirnfett und weniger Eiweifs,Fleischextract und Wasser. Das Fett ist phosphorhaltig.

Die Verschiedenheiten des Gehirns und Rückenmarksbei einem und demselben Thiere, aber in verschiedenemAlter und Gesundheitszustand, sind noch wenig gekanntund, so viel ich weifs, niemals chemisch untersucht wor-den. Bei dem Fötus ist das Gehirn, wie bei den Fischen,fast flüssig; bei dem sehr jungen Thiere ist es weicherund loser, und nimmt mit den Jahren an Festigkeit zu.Bei Wahnsinnigen hat man es zuweilen bedeutend verän-dert, viel weicher als gewöhnlich, oder auch in gewissemGrade verhärtet gefunden. Diese verschiedenen Zuständesind zu vergleichenden Untersuchungen den Chemikernzu empfehlen.

Ueber die Verschiedenheiten zwischen den Gehirneneinzelner Thierklassen sind, so viel mir bekannt ist, ebenso wenig Untersuchungen angestellt worden.

In krankhaftem Zustande findet man zuweilen im Ge-hirn unnatürliche Concremente. Besonders ist ein kleiner,drüsenartiger Körper, die Glandula pinealis, der Sitz fürdieselben. Man findet sie häufig bei völlig erwaclxsenen,gesunden Menschen. So lange sie nur die Form von Sandhaben, ist ihr Vorhandensein ohne Einflufs; vergrößernsie sich aber zu knochenartigen Körpern, so entstehen Zu-fälle von Gehirnleiden. Sie bestehen, nach Johns Ana-lyse, aus \ Knochenerde, d. h. phosphorsaurer Kalkerdemit etwas phosphorsaurer Talkerde, und ^ nicht näherbestimmter thierischer Substanz.

Gehirn und Rückenmark sind von drei Häuten um-geben. Die äußerste, die sogenannte Dura mater> ist eineArt Knochenhaut für die innere Seite des Schädels; dar-unter liegt, parallel mit ihr, eine ganz dünne Haut, dieArachnoidea> und zunächst dem Gehirn eine dritte, diePia mater , welche die eigentliche Bedeckung des Gehirnsausmacht und sich zwischen die von dem zusammengeleg-ten Gehirn gebildeten Furchen oder Falten ( Gyri ) einsenkt.

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