Gehirn lind Puickenmark.
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Der Phosphorgehalt in diesem Fette scheint die Ursacheseines Braunwerdens beim gelinden Erhitzen zu sein, dennanderes Fett wird hierdurch nicht verändert. Nach Kühnkann man aus dem geschmolzenen und braun gewordenenHirnfett durch kochenden Alkohol ein ganz phosphorfreiesFett ausziehen, welches aus dieser Auflösung krystallisirt,eine gelbliche Farbe hat, in Aether löslich ist und ohneBiiekstand verbrennt. Der Alkohol läfst dabei eine braune,auf dem Glase sicli fest ansetzende Masse ungelöst, welcheden ganzen Phosphorgehalt des Fettes enthält, der sich so-wohl durch Salpetersäure als durch Verbrennung in Phos-phorsäure umwandeln lälst. Nach Vauquelin würde die-ser Phqqihorgehalt im Hirnfett sehr grofs sein und un-gefähr 1 Procent vom Gewicht des frischen Gehirns, oder■J- von dem des Hirnfettes ausmachen; jedoch scheint dieseAnnahme auf einer Verrechnung zu beruhen. In welcherForm sich der Phosphor darin befinde, ob als Element,wie Kohlenstoff und Wasserstoff, oder ob in Verbindungmit diesen als ein eigentbümlicher, mit dem Fette ver-bundener Körper, ist noch nicht ausgemittelt; allein aufkeinen Fall kann hierbei der Phosphor als ein besonde-rer näherer Bestandtheil. des Gehirns betrachtet werden,wie es einige Chemiker zu glauben scheinen, indem siedenselben neben dem Fett, dem Eiweifs u. a. als einenBestandtheil des Gehirns aufzählen.
B. Wir kommen nun zu dem vom Alkohol un-gelöst gelassenen Theil des Gehirns, welcher hauptsäch-lich aus Eiweifs besteht und aufserdem nur wenige Ge-fäße, nebst einigen phosphorsauren Salzen und vielleichtauch kohlensaurem Alkali eingemengt enthält. Die mitAlkohol ausgekochte Masse hat nun das weifse, emulsions-artige Ansehen verloren, ist graulich, gleicht frisch geron-nenem Käse und wird beim Trocknen h;ilbdnvchsichtig.Beim Verbrennen hinterläfst sie keine, von Phosphorsäuresaure Kohle, wie das Hirnfett. In Wasser; wieder aufge-weicht, schwillt sie auf, bekommt das vor dem Trock-nen gehabte Ansehen wieder, und ist, selbst in einer sehrverdünnten Auflösung von kaustischem Kali, leicht auflös-IV. 2