Gehirn und Rückenmark.
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Das blättrige Hirnstearin*) ist, frisch bereitet,weils, wird aber nicht allein in der Sonne, sondern auchallmählig im Dunkeln gelb und selbst braun, löst sichaber doch alsdann in Alkohol und Aether ohne Farbeauf. Fs hat einen eigenthümlichen, nicht unangeneh-men, durch gelindes Reiben sich verstärkenden Geruch; esscheint anfangs ohne Geschmack und klebt an den Zäh-nen, allein nachher zeigt es einen dem Gerüche analogenGesckmack. Es fühlt sich fett an. Bei -J- 75° verliertes 5,4 Proc. Wasser, klebt zusammen, und läfst sich inFäden ziehen; noch unter -j- 100° wird es braun undstärker, zugleich aber auch etwas empyremnatisch riechend ;bei -j- 100 0 klebt es zusammen und haftet an der Ther-mometerkugel, und bei -J- 1.15° schmilzt es, wiewohl dieSchmelzung, wie schon Vauquelin fand, unvollständigist. Wird blättriges Hirnstearin mit Chlorwasser ange-rührt, so verändert es sich allmählig, zerfällt und ist nach30 Stunden in ein weifses Pulver umgewandelt. Dasselbewird, selbst nach gutem Auswaschen, in der Luft feucht.Von kochendem Alkohol wird es nun nicht mehr voll-ständig aufgelöst; das beim Erkalten niederfallende istpulverförmig. Dieses Fett enthält, wie ich gleich nochausführlicher anführen werde, Phosphor, von dem einkleiner Theil durch das Chlorwasser in Säure verwandeltwird, die man, nebst einer beim gelinden Erhitzen braunwerdenden Substanz, beim Abdampfen des Chlorwasserserhält.
Das pulverförmige Hirnstearin ist ein weifsesPulver, welches nicht von selbst gelb oder braun wird.Es besitzt weder Geschmack noch Geruch, fühlt sich nichtfettig, sondern fast wie Stärke an. Beim Uebergiefsen
*) Kühn nennt dasselbe Cerebrin, und das pulverförmige Mye-lokon (von ^osAes, Mark, und x-ovisi Pulver). Eigenthümli-chen Körpern bestimmte Namen zu geben, ist in der Ordnung;allein man darf nicht generische oder besondere Namen Kör-pern ertheilen, die mit zusammengesetzten o'der Species-Namenbezeichnet werden müssen, weshalb ich auch jene Benennun-gen nicht angenommen habe.