— Hm! — das ist ein schweres Wort. Ueber so ein Wort kannman ein ganzes Buch schreiben.
Ledicntcr. Wenn man will, o ja!
Ile »rat h. Wer ist denn eigentlich ein Unglücklicher?
LcdicnIcr. Der nicht glücklich ist.
Neurath. Ganz recht. Wer aber jung ist, gesund — eineschöne Frau hat, ein liebes Söhnchen, Geld im Ucberflnß, einGut, ein Schloß — der ist doch glücklich?
Schient er. Man sollte es meinen!
Neurath. Wenn nun aber so einer öffentlich ausrnft: IchUnglücklicher! was steckt dann dahinter?
Lcd teilter. Das ist'r eben, was wir beide nicht wissen.
Neurath. Wir könnten es erfahren.
Lcdicuter. Wie?
Ncurat h. Wenn Er mir so dieß und das erzählen wollte —
Lcd teilt er. Zum Exempel?
Neurath. Ich will sagen — so Tischgespräche —
Lcd! ent er. Bei Tische reden sie kein Deutsch.
Nenrath. Nun, ein fleißiger Bedienter ist im Vorzimmer,er hält sich da auf —
Le di ent er. Aber er horcht nicht
Neurath. Bewahre! Da hat er recht. Horchen ist eingarstiges Laster. Aber ohne zu horchen, vernimmt man so dießund jenes, was laut geredet wird.
Ledicntcr. O ja! Das wohl.
Neurath. Zum Exempel?
Schient er. Ich habe manches gehört; aber alles was ichgehört habe, habe ich nicht hören sollen —
Neurath. Freilich.
Le di ent er. Also sage ich es auch niemand wieder.
Jffla »d. rhcatrrl. Werke Vl. 11