69
Präsident. Hören Sie — das Ganze, wie Sie mir esda sagen — ist ein wenig sonderbar; muß ich nicht argwöhnen,daß Sie nach dem Vermögen gehen? Weiß meine Tochter vonIhrer Liebe?
Änlon. Nicht geradezu, nicht vor Ihrer Bewilligung.
Präsident. Liebt meine Tochter Sie?
Änton. Ich darf es hoffen.
Präsident (rasch). Woher?
Änton. Aus giltigen Meinungen, die sie ihrer Freundin vonmir geäußert hat.
Präsident (heftig!. Ihrer Freundin geäußert! Daß ich janiemals den Namen dieser Freundin erfahre.
Änton. Herr Präsident.
Präsident. Niemals. — Sie bringt mich um meineSicherheit im Leben, um meine Ruhe bei Nacht, um meinenMuth zu arbeiten, um meine Freude an meinem Kinde —um alles. Ich bin nicht niehr der Freund meiner Tochter, derVertraute ihres Herzens; ich, der ich sie mit Liebe und Güteleitete, erfahre nicht zuerst die schönste Empfindung ihres Lebens,sehe nicht zuerst, wohin ihr Herz sich wendet! Wende sich esnun zu ihrer Freundin, zu Ihnen, mein Herr, zu wein es will.AdieN. (Er will gehen.)
Änton. Herr Präsident, ich bitte Sie — haben Sie dieGüte —
Präsident (verdrießlich). Zum letzten Male denn. Wieheißen Sie?
Änton. So erhebe mich denn Ihre Güte und Gerechtig-keit, oder das Vorurtheil vernichte mich — Ich heiße Wallmann.
Präsident (vom Schreck ergriffen). Wall —
Änton. Advokat Wallmann, Sohn des Rath Wallmann.