63
Sekretär. Die Zeit des Wirkens ist gekommen! Wasgeschieht?
UuHk erg Lohn. Mit dem Willen bin ich hiehergekommen. Es war mir wenig daran gelegen, bekannt zuwerden. Aber — Nitau machte mich bei der Fräulein Kanen-stein bekannt; sie zog selbst meine Mutter an sich — Leiden-schaft für das schöne Geschöpf riß mich hin — ich ward in dieLebensart verwickelt — vorbei war es mit jenen einfachenPlänen.
Sekretär. Und vorbei mit Deiner Glückseligkeit I Sonstlebtest Du bas Leben des Weisen — was jetzt? Sage selbst,wie es jetzt mit Dir steht, oder wenn Dein Gewissennicht treu ist — lies es in gräßlicher Schrift auf den Ge-sichtern der Unglücklichen dieses Hauses, deren Seligkeit Du ver-tändelt hast.
Unhkcrg Lohn. Was soll das? Was ich war — binich nicht mehr — kann es nie wieder werden! Was willst Du
— was machst Du aus mir?
Sekretär. Reiß Dich heraus — stoß Deine ungetreuenGefährten von Dir — verachte den Schimmer — werde Bürger
— Bruder meiner künftigen Frau — erhebe Dich zum Sohneund zum Bürger — alles ist dann gethan. Du stehst aufder Höhe — die Deinen lieben Dich. und die Menge bewun-dert Dich!
Unhbcrg Lohn. Es ist zu spät, es ist zu spät! —Bruder — so nenne ich Dich aus ganzer Seele — sieh, ineineAugen sprechen, was mein Herz fühlt, diese Thräne ist das Bestewas ich lange empfunden habe. Damit nimm vorlieb — kehreum von ineinen Ruinen. wende Dich ab und laß mich liegen!Ich Lin vorbei!