Archiv. Lcjiang. Spricht denn bei meiner Frau nichts siirmich und mein Herz, was das einzige Geheininiß eines treuenMannes heiligen kann?
Wallnau. Julie bleibt hier! Aber entdecke Deiner Fraumein Verhältuiß.
Archiv. Lcjiang. Ein Gebeimniß besteht nicht unterdreien.
Wallnau. Aber —
Archiv. Lcjiang. Haben wir nicht beide uns deßhalbdas heilige Wort gegeben, dieß Geheimniß niemand anzuver-tranen?
Wal Inan. Ich entbinde Dich Deines Wortes.
Archiv. Lcjiang. Meine verklärte Karoline lebte mit mir,ohne Arges zn denken, sie entschlummerte ohne Enträthselnng. Binich meiner zweiten Frau weniger? Darf sie durch Übeln Muthvon mir erzwingen, was Karoline nie verlangt hat!
Wallnau. Ach!
Archiv. Lcjiang. Und wird der Argwohn meiner Frausich bloß dadurch verlieren, daß Julie künftig Wallnan's Tochterheißt?
Wal lnau. Lieber Lestaug —
Archiv. Lcjiang. Die Eifersucht der Liebe ist sanft, dieEifersucht meiner Frau ist bitter, wie alle Regungen des Ueber-drnsses cs sind. Es wird ihr vielleicht leid sevn, wenn sie denSchein verliert, der ihre Gleichgültigkeit gegen mich beschönigenkann.
Wallnau. Du bist sinnreich, Dich zu Grunde zu richten.
Archiv. Lcjiang. Liebe kann ich nicht verlangen. Miß-trauen verdiene ich nicht. Die Liebe soll mein Glück nicht machen,