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3 (1859) Dienstpflicht Der Mann von Wort
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Seeland. Meine Tochter! sey aufrichtig! Du nimmst keinInteresse mehr daran, daß es anders werde.

Mad. Lestang. Wenn es so wäre, so hätte er es ver-dient.

Seeland. Dein Mann steht schlimmer mit Dir, als erselbst wissen mag. (Seufzt.) Armer Lestang! da der Reiz der Zu-gcndbliithe von Deinen Wangen schon zehn Jahre lang verwischtwar, wie konnte Dein Unstern Dich treiben, zum zweiten MaleRinge zu wechseln!

Mad. Lcjkang. Diese bittere Bemerkung verdiene ich nicht.(Sie hält die Hciud vvr die Augen, eine Thrane zu verbergen.)

Seeland (nimmt langsam ihre Hand herab). Lege diese Handans Dein Herz Du bist zwanzig Jahre alt; Dein Mann istvierzig. Der Ernst, den Schicksal und Erfahrung aus ihn legen,war Dir in den Brantwochen interessant, weil Du ein Ideal darinerreicht sähest, das Bücher Dir gegeben hatten. Seit Du selbst inDeines Mannes Leben verwebt bist, hat jenes Ideal sich verloren.Du vermissest mm das Geschwätz der feurigen Liebe. Er ist dabeigeblieben, wie er war, und verliert nur, weil Deine Meinungsich geändert hat. Friederike, wenn Vernunft und FreundschaftDich nicht gerecht machen, so ist Dein Mann zu Grunde gerichtet,und Du bist verloren. (Er geht lebhaft einige Schritte.)

Main Lcslang. Die Sprache der feurigen Liebe kann meinMann allerdings reden, nur nicht zu mir.

Seeland. Zn wem sonst?

Mail. Lcjtang. Zu Julien!

Seeland (auffahrend). Was ist das? Wer sagt bas?

Mad. Lcstaiig. Der Frau werden Sie Zutrauen, daß siescharf beobachtet habe.

Seeland. Vielleicht zu scharf.