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werden. Tochter — ich bitte dich — trag geduldig! Du kaufst dirgute Tage damit. Sieh — als ich meiu Weib nahm — war ichauch eiu toller Kerl; aber das muß ich der Alten nachsagcn, sie hatviel Geduld gehabt — doch ich habe es erkannt.
Gl> crfö rstcrin (bedeckt mit dem Tuch die Augen und reicht ihm sodie Hand).
Gdcrförstcr. Gott hat uns mit mancher frohen Stunde ge-segnet; wir rechneten das Nebel gegen das Gute auf, waren arbeit-sam, thciltcn mit, waren zufrieden, nicht begehrlich, lebten still undgut in unserer Hütte fort: so kam denn ein Jahr nach dem andernherbei. Nun sind wir schon dreißig Jahre zusammen gegangen;aber wenn Gott die Alte da mir heute von der Seite nehmen wollte,so träfe cs mich so hart, als wenn er sie mir am Brantlage ge-nommen hätte.
Gdcrfiirstcriu (lcnit wci,»»b). Nun mm — laß doch — sprichdoch nicht von so was.
vdersörstcr. So wollte ich, daß es um euch Kinder auchstände! Wenn wir Alten dann einmal fort sollen — so will ichmeine Angen so ruhig schließen, als heute, wenn ich schlafen gehe.
Achnlzc. Nun — davon sind wir, will's Gott, noch weit!
Pastor. So denke ich auch. Aber warum deßwegen nichtdaran denken? Wahrlich, man muß recht gut gelebt haben, und csmuß eine edle Freude sehn, die der Gedanke nicht unterbricht.Deßwegen hat ja das Leben nicht minder Werth.
(Oder für st er. Gewiß nicht.
Pastor. Es verdrießt mich allemal in der Seele, wenn mansich so viel Mühe gibt, das Leben und die Welt so hart undschwarz zu malen. Das ist unwahr und schädlich zugleich.
Gdcrförstcr. Ja wohl.
Pastor. Das Leben des Menschen enthält viel Glückseligkeit.Man sollte uns nur früh lehren, sie nicht glänzend, auch nichtJffland, thcotral. Wcrkc. I. 8