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Friederike. Würdiger Mann — Sie nehmen noch so vielenAntheil an mir — ungeachtet —
pajlor. Ungeachtet? Kind — errathe ich, was Sie sagenwollten — so haben Sie mich betrübt.
Friederike. Wie so?
Pastor. Ungeachtet wir verschiedener Religion sind; — nichtwahr, das wollten Sic sagen?
Friederike. Dann müßte ich Sie nicht kennen, wenn iches anch mir gedacht hätte. Ungeachtet meiner langen Entfernung,wollte ich sagen.
pajlor. Ich halte mich für den besonder« Freund eines jedenans diesem Orte; der Kummer und die Freude eines jeden gehenmich nahe mit an. Was thnt Entfernung zur Sache? Wo meinRath, meine Hülfe nicht hinreichen, Horen dock, meine guten Wünschenicht auf.
An io n. Das ist gewiß, das weiß ich. Aber den Dank, denSie dafür verdienen-
pajlor. Wollte ich meine Pflicht bloß auf die Zeit meinesunmittelbaren Unterrichts, meine Liebe allein auf meine Gemeindeeinschränkcn — O Kind — so wäre ich ein armer Manu — miteinem engen, engen Herzen.
Anton. Ja, Sie nehmen Antheil an uns — wir erkennencs. Es ist Niemand unter uns, dessen Herz Ihnen nicht offenstünde, der Sie nicht wie einen Vater liebte! Ach, ich bin nicht derLetzte unter diesen, Sie wissen es.
pajlor. Ja, mein Sohn.
An ton. Ich hatte ein Geheimniß vor Ihnen — aber jetztwill ich mich Ihnen auvertrauen. Es ist die wichtigste Angelegen-heit meines Lebens — Sie werden mir helfen. Ich liebe Friederiken— sie liebt mich. Meine Aeltern sind gut; aber sie könnten dagegenseyn, andere Absichten haben — und ich kann, ich kann keineIfftand, theatrat. Werke, t. 4