Druckschrift 
4 (1829)
Entstehung
Seite
59
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genannt Hei tl-.evlogici. 59

Ec dem Mahomet, Türken und Papst verhänget, die rechten Hei-ligen zu ermorden.

Hie sind sehr verwickelte Disputationen erreget, Oe Nevoa-«itate vt kontinAvntia, d. l., ob Alles also müsse geschehen, wiees geschiehet, Gutes und Böses, heilige Werke und sündige Werke;ob David habe den Ehebruch thun müssen u. s. w. Nun willich nicht lange davon reden, sondern alle Gottcsfürchtigen, wiezuvor, treulich gewarnet haben, und bitte, sie wollen um gött-licher Ehre willen fest über diesen Sprüchen halten und dabeibleiben, nämlich: daß Gott die Sünde nicht wolle, auch Nichtsdarzu wirke, und daß die sündigen Werke nicht müssen gesche-hen. Und so Jemand in diesem Artikel viel grübeln will, sollman wissen, daß es gewißlich schädlicher Vorwitz ist, oder bos-baftige Halsstarrigkeit. Aber zum Unterricht wollen wir etlichekurze Erinnerungen thun.

Dieser sehr tröstliche und liebliche Spruch, Matth. 10: „AlleHaare auf eurem Haupte sind gezahlet u. s. w.," wird angezo-gen, als folge daraus, es müsse Alles gehen, wie cs gehet, undkönne nicht anders geben.

Es ist aber auf diesen Spruch, und viel dergleichen dieseAntwort: Es sind göttliche tröstliche Verheißungen, darin ausge-drückt ist, daß Gott gewißlich unser Elend ansehen will, sorgetfür die Gläubigen, will uns gnädiglich bewahren, nicht versinkenlassen, will unser Seufzen und Anrufung erhören, und will unshelfen, wie im Psalm geschrieben ist: „Die Augen des Herrn se-hen auf die Gerechten," sie zu schützen, zu leiten, zu erhalten,und endlich zu ewiger Seligkeit zu bringen.

Aus solchen Trostworten und Verheißungen folget allein die-ses, daß Gott für die Gläubigen sorget, sie bewahren, und ih-nen helfen wolle wider die Feinde, Teufel und Tyrannen. Aberdaraus folget nicht, daß Teuftl und Tyrannen müssen ihre Got-teslästerung, Unzucht und Mord vornehmen und anfahen.

Weiter wird dieses Argument von Vielen angezogen: Gottweiß Alles, und hat bei sich beschlossen, was Er thun, und wasEr verhängen will; und es geschieht also, wie Er's weiß. Darauswollen Etliche schließen, es müsse Alles also geschehen.

Darauf ist nöthig, diese wahrhaftige Antwort zu wissen:Nöthig sein, oder müssen sein, hat große merkliche Unter-schiede und Grade.

Der erste Grad ist: Etliche Dinge sind stracks nöthig vonsich selbst, und müssen also sein in Ewigkeit; als nämlich,