20 Hauptartikcl christlicher Lehre,
für uns und ist Emanuel, d. i., Gott mit uns, schützt uns,und macht uns selig, erweckt die Verstorbenen, und bringt unszu dem ewigen Vater, daß wir Ihn klar anschauen, und gibtalso ewige Seligkeit.
Die dritte Person im göttlichen Wesen ist genannt: der hei-lige Geist, voll Weisheit, Gerechtigkeit und Gütigkeit, welcherausgehet vom Vater und Sohn,-und ist wesentliche Liebe undFreude, wie eine Flamme, im Vater gegen den Sohn, und imSohne gegen den Vater, und ist uns also geoffenbaret, daß diesePerson in die Herzen der Gläubigen gesandt werde, sie zu hei-ligen, Freude an Gott und Liebe zu Gott anzuzünden, und solcheRegungen zu wirken, wie der heilige Geist selbst ist; wie St.Paulus spricht, 2. Tim. 1 (7): „Gott hat euch einen Geistgegeben, nicht der flüchtig ist, sondern zur Stärke, Liebe undKeuschheit."
Erklärung der Unterschiede.
Gott hat den Menschen also geschaffen, daß Er sich ihmoffenbaren will; will ihm sich selbst geben, und seine Güter, seinLicht, Weisheit, Gerechtigkeit, Freude und ewige Seligkeit, unddagegen soll der Mensch Gott erkennen, Ihm danken und Ihnpreisen; darum ist der Mensch eine vernünftige Kreatur, und sind ,in ihn gebildet etliche klärere Anzeigungen von Gott, denn in dieunvernünftigen Kreaturen.
Dieweil der Mensch Verstand hat, und kann seine Gedan-ken wissen, richten und behalten und merken, wie Eins aus demAndern folgt, und weiß Unterschied zwischen Tugend und Untu-gend, und hat noch solche Kraft, daß er freiwillig den äußerlichenGliedmaßen gebieten kann, tugendhafte oder untugendhafte Werkezu thun; so müssen wir Alle daraus ganz gewißlich schließen, daß iGott ein weises, wahrhaftiges, gerechtes, wohlthätiges, keusches,freiwilliges Wesen ist, und Bestrafet der Untugend. Darnach wei-ter sollen wir wissen, nachdem im Menschen ist erstlich der SeleWesen, und hernach die Gedanken und zum dritten, der Willeoder das Erwählen, Liebe und Freude oder Bekrübniß; und derGedanke ist ein Ebenbild aller der Dinge, die man betrachtet,und das Wort spricht den Gedanken aus, als, so du an deinenVater gedenkest, so ist in dir ein Bild deines Vaters, und dasWort spricht: also ist mein Vater; darnach folget Liebe undFreude oder Betrübniß. Dieses Alles ist Anzeigung von der Gott-