Druckschrift 
4 (1829)
Entstehung
Seite
11
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genannt I-oei tdeologicj. 11

Diese Erinnerung ist hoch nöthig, und wird hernach oft undsonderlich im Titel vom Gebet wiederholet werden; und ist hierim Anfang gesetzt, auf daß wir unsere Gedanken nicht hin undher schweifen lassen, wie die Heiden, Türken, ungläubige Judenund alle Gottlosen, sondern bei uns in großer Demuth und ernst-lichem Gebet betrachten, was Gott sei, und wie Er zu erkennen,wie Er auch zu finden sei, und wie wir Ihn ansprechen undanrufen sollen.

Diese Gedanken haben auch die Apostel geängstiget, da Ei-ner spricht, Joh. 14, 8:Herr, zeige uns den Vater, so genü-get uns." Dieses ist nicht eine geringe Frage gewesen, sondernalle vernünftige Menschen wollten gerne Gott mit leiblichen Au-gen sehen, und suchen, wo und wie sie Ihn finden sollen. Aberder Sohn Gottes, Jesus Christus, gibt eine tröstliche Antwortund nützliche Lehre auf diese Frage, und spricht:Wer mich ste-het, der iH" den Vater; glaubest du nicht, daß der Water inmir ist, und ich im Vater?"

Ach, wie ein großer Trost ist dieses! Deine Gedanken sol-len nicht irrig umherschweifen, sondern Gott hat dir seinen Sohn,Jesum Christum, der gekreuziget ist und vom Tode auferstanden,vorgestellt, und sein Wort dabei mit gewissen Zeugnissen, mitAuferweckung der Tobten u. s. w. gegeben. Diesen Gott, der sichalso geoffenbaret hat, in Christo und durch Christum, soll deinHerz ansehen und ansprcchen, und sollst dieses von seinem We-sen und Willen feste bei dir schließen, das dir durch den Sohngeprediget ist. Also redet dein Herz den wahrhaftigen Gott an,und spricht nicht etwas Anderes an, das nicht Gott ist. Und be-trachte diese Worte des Herrn Christi fleißig:Niemand kommtzum Vater, denn durch mich. Wer mich stehet, der sieht denVater!" Da sollst du Gott suchen, und dir sollen deine Gedan-ken und dein Herz angebunden sein, nämlich an diesen Sohn Got-tes, Jesum Christum, und sollst gewißlich schließen, daß du denwahrhaftigen Gott da findest und anredest, so du betrachtest, daßdieser der wahrhaftige Gott sei, der sich durch diesen seinen Sohngeoffenbaret hat, und wie Er sich geoffenbaret hat, sollst du be-trachten.

Und ist zur Anleitung sehr bequem, daß dein Herz dieTaufe Christi oft in der Anrufung anschaue. Da sind die dreiPersonen unterschiedlich geoffenbaret. Der Vater spricht:Die-ser ist mein geliebter Sohn!" Der Sohn stehet da im Jordansichtiglich, und wird getauft. Der heilige Geist überschattet Ihn.