Druckschrift 
4 (1829)
Entstehung
Seite
10
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10 Hauptavtikcl christlicher Lehre,

Daß das Reich Christi nicht ein weltliches Königreich sei, dasdurch das Schwert regiert werde, sondern ein geistliches, ewi-ges Leben, Weisheit und Gerechtigkeit.

Von Auferstehung der Tobten.

Von Trübsal und Kreuz.

Vom Gebet.

Von weltlicher Obrigkeit.

Dieses sind die Titel der folgenden Hauptstücke in diesemBuche, die ich darum balde im Anfänge erzählet habe, daß derLeser Ordnung und Summa der christlichen Lehre besser merkenkann, so er diese Titel oft nach einander ansiehet und betrachtet.

Von Gott.

In ernstlicher Anrufung Gottes ist nöthig zu betrachten, wasdu entsprechen wollest, was Gott sei, wie Er erkannt sei, wo,und wie Er sich geoffenbaret habe, und ob Er unser Seufzenund Schreien auch erhöret, und warum wir erhöret werden? Undmüssen unsere Gedanken nicht flattern, wie der Heiden Gedan-ken; die wissen von Natur so viel, daß Gott ein allmächtiger,weiser, gerechter Herr sei, der Alles erschaffen hat. Wo Er aberzu finden sei, und ob Er unser Schreien erhören wolle, das wis-sen sie gar nicht. Sie schreien allein zu Gott aus Gewohnheit,wissen Nichts von seinen Offenbarungen, vom Erlöser und Ver-heißungen. Von dieser blinden Anrufung saget der Herr Chri-stus im vierten Kapitel Johannis:Ihr Heiden wisset nicht,was ihr anrufet!"

Darum sollen christliche Herzen ihre Anrufung weit abson-dern von der heidnischen und türkischen Anrufung, und ihre Her-zen unterrichten, auf daß sie nicht irre gehen, und andere Dinge,als Gott ansprechen, welche doch nicht Gott sind. Denn daserste Gebot in Gottes Gesetz ist: Du sollst nicht andere Götterhaben. Item: Den Herrn, deinen Gott sollst du anbeten, unddemselbigen allein dienen; d. i.: diesen wahrhaftigen Gott sollstdu allein anruftn, der sich in Gottes Volk mit gewissen Zeug-nisse» geoffenbaret hat, und sollst nicht flattern mit Gedanken,und andere Götter dichten.