Antwort der Fragstücke von kaiscrl. u. päpstl. Gewalt. 265
Personen. Beide Aemter, das Predigtamt und Schwert sindGottes unwandelbare Ordnung und Befehl, und richten beide alleMenschen, Papst, Kaiser, Priester und Laien, wie im Evangeliogeschrieben ist: Hui non credit in iüiuin, munet Iru Del supereum; wer nicht glaubt an den Sohn, über dem bleibt der ZornGottes. Und von weltlicher Hoheit: dudieium Domini oxeree-tis! ihr haltet dem Herrn das Gericht.
Gott ist Richter durch diese Aemter über alle Personen,Papst, Kaiser, Priester und Laien, und es ist eine grausame,teuflische, ncronische Unsinnigkeit, zu denken, daß er darum kei-nen Richter habe, daß er Papst oder Kaiser ist. Gott bleibtgleichwohl Richter durch diese Aemter in diesem Leben, und thutExsecution oft selbst in diesem Leben, und hernach im ewigenGericht.
Und erstlich vom Leben und weltlichen Amt zu sagen: Essind viele Papste für und für gewesen, die in großen öffentlichenLastern gelebt haben, in Ehebruch und anderer Unzucht, habenZaubere! und Tyrannei getrieben. Sollte nun dieses Alles keineStrafe haben, darum, daß sie Papste gewesen sind, wie Nero ge-dacht hat, er möge alle Untugend treiben, dieweil er Kaiser wäre,und wie Bassiani Stiefmutter sagt: 8i lidet, liest: Es ist dirwohl zugelassen, wenn dich's nur gelüstet?
Solche Gedanken sind eitel teufelisches Wüthen; sondern dieKirche soll mit der Predigt strafen, und die weltliche Obrigkeitsoll mit ordentlichen Prozessen, zugleich Laien, Priester, Papst,Bischöfe, Kaiser, König und geringe Personen strafen, so sic Ehe-bruch oder andere Unzucht, Zauberei und Mörderei treiben; dennalso ist geschrieben: Nun pureres ei; du sollst nicht schonen. Unddiese Kaiser: Karl der Große, Otto I., Otto lll., Heinrich III.,haben die Päpste zu ihrer Zeit von wegen des schändlichen Le-bens abgesetzt.
Daß aber die Potestaten selbst den Bischöfen eigne Juris-diction gegeben haben, die Ihrigen zu strafen; dieses hat seinMaß; wenn sie nicht strafen, so soll gleichwohl weltliche Obrig-keit strafen.
Weiter von Jrrthum zu reden: so Papst, Bischof oder An-dere, Jrrthum in der Lehre ausbreiten oder schützen, soll diese un-wandelbare Regel gehalten werden: 8i guis aliud DrrmAolmmdoeet, rruetlremu sit; so Jemand ein ander Evangelium lehret,der sei verflucht! Solche Lästerer zu fliehen, sind alle Menschenschuldig, und die Kirche jeden Orts ist schuldig, den UnrechtenIU. 18