Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
266
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26g Antwort der Fragstückc von kaiserl- u. päpstl. Gewalt.

Lehrer zu vermahnen, und, so er im Jrrthum bleibt, zu entsetzen.Und so die Kirche oder das Consistorium still schweigt, soll dieweltliche christliche Obrigkeit in ihren Gebieten einen Synodummit Rath gottesfürchtiger und verständiger Personen halten, unddenselben, der im Jrrthum bleibt, entsetzen, daß er nicht weiterschaden inöge. Denn wie die weltliche Obrigkeit schuldig ist, denEhebrecher und Mörder zu strafen, also ist sic auch schuldig, denöffentlich Abgöttischen und birwplieinum zu strafen; dieses istgewiß.

Also hat Hieoüosiuo prünus wider den Bischof zu Konstan-tinopel Macedonius procedirt, hat einen großen Synodum ver-sammelt und besohlen, auch der alten Sccibenten Zeugniß vorzu-lege». Als nun der Synodus Macedoninm überwiesen hat, undMacedonius im Jrrthum geblieben ist, hat ihn Thcodosius ent-setzt und weggewiesen.

'I'I>eollo8iu8 «evumlns hat den Synodum zu Ephesus mitgroßer Arbeit zusammen gebracht, darin die Lehre Nestorii, diesehr listig gefärbt war, dispntirt ist. Nun hatte Nestorius, vonwegen seines ernsten Lebens, Listigkeit und Eloquentia einen gro-ßen Anhang und Schutz. Gleichwohl, dieweil sanior pars seineLehre verwarf, und Kaiser Thcodosius, der sehr gelehrt war, diegeschwinde Sophisterei selbst merkte, hat er ihn entsetzt, und vonKonstantinopel bis unter Aegypten führen lasten, nicht fern vomoiroul» aoguiiiootiali, da er im oxsilio gestorben ist. Und Et-liche schreiben, die Würmer hätten ihm die Zunge weggefressen;denn mit der Zunge hatte er Christum gelästert.

Aus diesen wahrhaftigen Fundamenten und löblichen Epem-pcln ist klar, daß ein christlicher Kaiser schuldig ist, die Päpstezu entsetzen, von wegen Jrrthum und von wegen öffentlicher La-ster; dieses soll aber mit ordentlichen Prozessen geschehen.

Die zehnte Frage.

Ob ein Papst keines Menschen auf Erden Gcrichtszwang un-terworfen sei?

Darauf ist in der neunten Frage recht und gründlich geant-wortet, und gehen Antworten in vielen Fragen aus diesem wahr-haftigen Grunde: daß man die Aemtcr anschauen soll, nicht diePersonen. Es müssen die Acmter sein und bleiben, die Gottesunwandelbare Ordnung sind, obgleich die Personen eitel Tyran-nen und Antinomi waren; dennoch bleibt I^vx I)ei, und ist schreck-lich zu hören, daß ein Mensch reden darf: Er sei keinem Ge-