Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. papstl. Gewalt. 268
Solche Gewalt haben christliche Kaiser, Könige und Für-sten, ein Jeder in seiner Regierung. Und sind diese Werke allegefaßt in diesem Spruch im Jesaias: UeZss erunt nutritoresmi et keFinne nutrives. (Könige sollen deine Pfleger und Kö-niginnen deine Saugammen sein.)
Also haben Karl der Große, Otto!., Otto HI., Heinrich Ilk.und Lothar nach gehaltenen Synoden die aufrührerischen Päpstein Rom entsetzen lassen, und dieses ist Alles gemäß der Regel:daß die weltliche Obrigkeit soll Laien, Bischöfe und Priester stra-fen, so sie Lästerer, Mörder, Ehebrecher, Räuber, aufrührerisch w.sind. Es sollten die hohen Regenten gleich sowohl strafen der Bi-schöfe und llanoniooruin Unzucht, als die der geringsten Laien.
Die achte Frage:
Ob und welcher Maßen ein Papst einen römischen Kaiser oderandere weltliche Obrigkeit strafen möge?
Hier ist abermals die Antwort: Einen wie den Andern, sogeschiehst Niemand Unrecht; das Ministerium LvanFelii ist gleichund »ine aeoeptione personaruin. Wie ein christliches Eonsi-storium einen Beklagten citirt, höret, und nach der Beweisungstrafet mit dem Bann, er sei Priester oder Laie, Edel oder Un-edel; denn alle Menschen sind dem göttlichen Wort und göttli-chem Gericht Gehorsam schuldig; also wenn der Papst, so er alsein christlicher Bischof procediren will, im Kaiser, Königen oderFürsten, oder geringern Personen ein sträfliches Laster in Lehreoder Leben merket, soll er ihn vor ein unparteiisches Consistoriumcitiren, nach Nothdurft hören, und so der Beklagte überwiesenwird, soll der Papst Bekehrung derselben Personen suchen; so sieaber in der Sünde halsstarrig bleibet, soll man all exsooutio-nem procediren; weiter soll das Consistorium, Bischof oder PapstNichts vornehmen.
Diese Prozesse sind mit den Königen oft in streitigen Ehe-sachen gehalten worden. Ist aber dem Citirten dasselbe Eonsisto-rium verdächtig, so soll er an eine christliche Synode appelliren;denn cs sollen und müssen Gerichte in der wahrhaftigen Kirchesein, und der höchste Richter ist Gott selbst, durch sein klaresdeutliches Wort, welches nicht dunkel, oder amInAinim ist, wirJohannes sein Urtheil ausspricht: Non lioot tibi Iiabero krati-isuxoreiu; es gebühret dir nicht, deines Bruders Frau zu haben,welches in klarem Gebot: Non inveobabsris: du sollst nicht ehe-brechen, gegründet, und soll dieses göttliche Urtheil ausgesprochen