250 Antwort der Fragfrückc von kaiscrl. u. päpstl. Gewalt.
Lüge; denn wer rechten christlichen Verstand hat, weiß, daß durch-aus Gottes unwandelbare Lehre ist in den Propheten und Apo-steln ausgedrückt, daß beide Aemter, der Befehl, das Evangeliumzu predigen, dadurch der Sohn Gottes kräftig wirkt und ewigeEmtcr gibt, und die weltliche Regierung, dadurch Gott äußerlicheSucht und Frieden gibt, und äußerliche öffentliche Laster mit demSachwert straft, weit unterschieden sind, und daß die Prediger desC'vangclii nicht Befehl haben von Gott, Könige zu setzen oder zueiatsetzcn; sondern daß Gott in weltlichen Regimenter: weltliche Ge-setze von Erbschaften der Reiche, oder von der Wahl billigt und ec-ht ält, bis durch großen Mißbrauch Veränderung verursacht wird, undkEc selbst Könige und Fürsten straft, und durch Krieg und Sieg'Andre einsctzet, als Ovruin, ^lexanärmn, lluliuin, ^uAustuin,Oarolum. Solche Veränderung ist gewißlich von Gott, der daTyrannei straft und Andern Sieg gibt, laut der Regel: propteriugustitianr transkeruntur ISAIM (um der Ungerechtigkeit willenwerden die Königreiche verändert).
Zum andern, die clonatlo Oonstnntlui ist auch eine grobeöffentliche Lüge, nämlich daß Constantinus die Stadt Rom oderdas Reich im Occidcnt dem Bischof zu Rom soll geschenkt oderbefohlen haben. Denn die Kaiser nach Constantin bis auf dieZeit Martiani, haben Etliche selbst da gewöhnet und Triumph dagehalten, wie die alten vor Constantin, als nämlich Constantinus,Theodosius, Honorius, Valentian 1H., Etliche ihre Statthaltergehabt, die in Historien genannt sind. Und ist die Unmöglichkeit öf-fentlich; denn die römischen Bischöfe haben kein Kriegsvolk gehabt.
Da Bonifacius mit Gänserich in Afrika kriegte und Aötiusmit Attila in Gallien, zur Zeit Valentiniani, da haben die rö-mischen Bischöfe keine Auctorität über das Kriegsvolk gehabt.
Hernach zur Zeit Justinians,. da Belisar Rom inne hatte,als der kaiserliche Hauptmann und der römische Bischof Sergiusmit den Gothen prakticirtc, daß sie Rom wieder einnehmen soll-te», da mußte Sergius von wegen dieser Untreue fliehen. ItemDietrich von Bern ist lange Zeit kaiserlicher Statthalter zu Romund Fürst in Italien gewesen und hat zu Rom päpstliche Auf-rührc gestillt. Und bedarf diese Fabel von der Schenkung Con-siantins keiner langen Verlegung; denn es ist eine öffentlicheLüge.
So ist unmöglich gewesen, daß ein Papst hätte sollen eini weltlicher Herr sein ohne ein Kriegsvolk.
Zum dritten. Der Päpste Auctorität in weltlicher Regie-