Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
251
Einzelbild herunterladen
 

Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. päpstl Gewalt. 251

rung ist gleichwohl mit der Zeit selbst gestiegen; denn der alte AdelinJtalien und die Städte haben sich zum römischen Bischof gehal-ten, als zum obersten Bischof, und da Italien zerrissen gewesen,haben die Bischöfe selbst flicken müssen, so viel ihnen möglichwar. Damit nun Italien einen neuen Schutz hätte wider dieGriechen und Langobarden, haben sich die römischen Bischöfe a»die Könige in Frankreich gehängt. Denn zu derselben Zeit warDeutschland und Gallien sämmtlich ein einziges schönes König-reich, genannt rcZnunr Krrniovrum, und war Tugend und Machtbeisammen, und hielten sich die Bischöfe in Deutschland und Gallienzu dem römischen Bischof; und die Könige führten große Kriegewider die Ungläubigen, wie Carl Martcll, des großen 6aroU nvu«,bei Turon in Gallien, in die dreimal hundert tausend Sarazenenin einer einzigen Schlacht zum Theil verjagt, zum Theil ersto-chen hat, die einen großen Theil in Gallien verwüstet hatten; undist diese der größten Schlachten eine, davon man ließet.

Also aus mancherlei Gelegenheit der Zeit haben sich diePäpste an die Könige zu Frankreich gehalten, und sind die Päpsteauch durch dieselben Könige über andere Bischöfe geehrt worden;und in Summa: Veränderung der Reiche haben mancherlei Um-stände, die man nach langer Zeit nicht betrachtet, wenn neueVeränderungen kommen und die vorigen Regiments von wegender Mißbräuche verhaßt werden.

Als nun die Griechen viel Tyrannei und Unzucht triebenund hernach die Lombardei, auch Rom und andere Städte, diesie zuvor nicht gehabt hatten, überzogen und Niederdrücken woll-ten, da suchten die Päpste und die Städte Hilfe bei Pipin,dem Könige in Frankreich; dieser that einen löblichen Zug nachItalien und er zeigte große Weisheit und Tugend. Denn wie-wohl er der Langobarden Land und Königreich inne hatte, hat ersic doch in ihrem Regiment bleiben lassen, hat sie allein dazuverpflichtet, daß sie sollten Friede halten, und andere Städte au-ßer ihrem Königreich nicht unter sich ziehen, und hat in Italiennicht eines Fußes breit eingenommen, ist also nach gemachtemFrieden wieder aus Italien weggezogen. Als aber hernach dieLangobarden nicht Frieden gehalten haben, und Desidcrius, derLongobardcn König, wider die Stadt Rom und andere (welche nicht inder Langobarden Reich gehörten) Krieg vorgenommen, haben der PapstStephan und die Städte Carln, den Sohn Pipins, um Schutz wi-der die Longobardcn angesucht. Da hat Carl der Longobardcn Reicheingenommen, den König Desiderius und seine Kinder gefangen