234 Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. päpstl. Gewalt.
hat, so ist solche eigne Kühnheit und Frevel eine große Sünde,Verachtung und Versuchung Gottes wider diese Gebote: propriaksoite; thut, was euch befohlen ist; und: non tontabis vomi-INIIN, Den IN tuunr: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht ver-suchen. Und es ist Zerstörung göttlicher Ordnung und Verän-derung des Berufs.
Es ist auch hier nöthig zu verstehen, Unterschied des Regi-ments Israel und anderer Königreiche; denn Gott hat das Re-giment Israel sonderlich geordnet und erhalten, daß man wüßte,wo der Herr Christus sollte geboren werden, predigen, Zeug-niß geben von der Lehre, sollte leiden und wiederum aus demTode auferstehn. Dazu hat Gott ein gewisses Volk und Ortbestimmt und erhalten, hat dazu Propheten gesendet, die Lehrevon Christo zu erklären, und hat etlichen Propheten bisweilenbesondere Befehle gegeben in etlichen Sachen weltlicher Regierung.Diese besonder» Befehle haben nicht auf Andere geerbt. Dar-nach als der Herr Christus von der Jungfrau geboren ist, undseine Predigt, Zeugniß, Leiden und Auferstehung ausgerichtet hat,lässet Gott das Regiment Juda in einen Haufen stoßen, undsammelt eine ewige Kirche in allerlei Königreichen, nicht alleinunter den Römern, sondern auch in Chaldäa und Jndia, dienicht unter das römische Reich gehörten.
Und hat Christus selbst keine weltliche Negierung gehabt,sondern hat die Römer in Judäa und andern Ländern in ihrerHoheit bleiben lassen, wie Er mit klaren Worten spricht: keFnumureum noir est ex koo munllo: „mein Reich ist nicht von die-ser Welt!" Und hat den Aposteln nicht allein keinen Befehl ge-geben, weltliche Reiche einzunehmen oder zu regieren, sondernauch ausdrücklich verboten, weltliche Reiche unter dem Scheinedes Eoangelii unter sich zu ziehen oder zu regieren. Und sinddiese Worte Christi wohl zu merken, Joh. 20: „Wie mich derVater gesandt hat, also werde Ich euch senden." Und da Erdieses sprach, hat er sic angeblasen, und also gesagt: „Empfan-get den heiligen Geist; wem ihr die Sünden vergebt, dem sindsie vergeben, und wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten."Weil denn öffentlich ist, daß der Herr Christus nicht zu welt-licher Regierung gesandt ist, folget, daß die Apostel auch nichtdazu gesandt sind, dieweil Er spricht: die Apostel sollen gesandtwerden zur Verkündigung des Evangelii, wie Er. Mark. 10:„Welche Herrschaft haben über die Heiden, die haben Gewaltüber sie, und ihre Fürsten haben Macht, sie zu zwingen; Ihr