Antwort der Fragsrücke von kaiserl. u. päpstl. Gewalt. 233
die großen imgeria haben ihren Anfang an Nimrod; diesesWort ist so viel, als ein scharfer und grausamer Herr. Zu die-sen Zeiten, bei anderthalb hundert Jahren ist Sem Prediger ge-wesen, der Sohn des Noah, zu Salem, weit von Babylon,und hat Nichts zu thun gehabt mit Nimrod, sondern Gotthat dem Nimrod Starke und Muth gegeben, die böse Weltmit dem Schwert in ein ordentliches Regiment zu fassen, Gesetzund Gericht mit Strafe an Leib und Leben zu erhalten; darumist er genennet ein starker Jäger vor Gott.
Also auch nach zweihundert Jahren ist Abraham der Pro-phet und Prediger gewesen, der in Landen als ein fremder Gastgewandelt ist, zu welcher Zeit sind große gewaltige Könige, Ni-nus zu Ninive und Babylon, und Osiris in Aegypten ge-wesen.
Es ist auch also, wie Daniel spricht: „Gott erhält und än-dert die Königreiche." Dieses geschieht auf mancherlei Weise unddurch Krieg, so Gott einen Theil strafen will, und einen andernerhöhen, und dieses geschieht öfters, ohne mündlichen Befehl ei-nes Propheten oder Priesters, sondern durch heimliche göttlicheWirkung, als da die Perser viel Tyrannei üblen, erweckte Gottden Jüngling Alexander, daß er nach Asien zog und die Per-ser strafte; also kommt die Hoheit auf Alexander, durch göttlicheWirkung.
Aus diesen und dergleichen sehr vielen Excmpeln ist der Umterschied des Kirchenamts und der weltlichen Obrigkeit zu verste-hen, und zu merken, wie sie beide von Gott sind; das Prcdigt-amt durch einen gegebenen Befehl und mündliches Wort Gottes,ohne Mittel, als in vovationo propiietivn, oder durch Mittel,als in vooatione kastori», welche geschiehst durch die Kirche,oder welchen die Kirche Befehl gibt.
Aber die weltliche Hoheit wird gegeben durch Gott oft ohnemündliche Worte, als Alexanders und Julii Hoheit, und Gottwirket gleichwohl dasselbe Weck; denn Gott gibt üngetus Iroroi-oos und Sieg, und straft den großen Frevel.
Und wenn gleich im Volke Israel Gott etliche Könige durchPropheten berufet und salbet, als Saul und David, so ge-ben ihnen doch die Propheten keine Gewalt, aus ihrer eignenAuctorität; und ist die Sendung der Propheten nicht ein Stand,der auf die Nachkommen erbt, und sind die Bischöfe nicht Sa-muel und Elias und Elisäus, sondern so die Bischöfe wollen solcheWerke vornehmen, die Gott insonderheit den Propheten befohlen