Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
232
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232 Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. päpstl. Gewalt.

men, hohe und niedrige, haben mag: Kaiser, Könige, Fürsten, >weltliche Richter u. st w. Und ist dieser Unterschied auch in derGelehrten in fürs Büchern oft angczeigt, wer sie recht verneh-men will; auch ist zur Zeit Ludovici Bavar! davon viel geschrie-ben von Occam und Marsilio Patavino, wiewohl die Sache nachgöttlichen Rechten nicht größerer weitlaustiger Disputation bedarf.

Und ist dieß im Grunde gewißlich wahr, daß das Kirchenamt(dadurch sich Gott eine ewige Kirche sammelt, davon Paulusspricht: Das Evangelium ist Gottes Kraft zur Seligkeit Allen,welche es glauben;) ist dieser Befehl, dazu Gott erstlich seinenewigen Sohn aus großer Gnade gewißlich gesandt hat, der desAdam und Eva Sünde strafte mit seinem Wort, und dabei dieVerheißung der Gnade geoffenbaret hat in diesen Worten:DerSame des Weibes wird der Schlange den Kopf zertreten!" Die-ses ist der Anfang des Kirchenamtes, welches hernach allein diesenBefehl hat, das Evangelium vom Sohne Gottes zu predigen,die Sünde mit Gottes Wort, nicht mit dem Schwerte zu stra-fen, Sacramente zu reichen, Kirchengericht zu halten von derLehre und äußerlichen Uebelthatcn, die Schuldigen aus der Kirche iauszuschließen, mit dem Wort, ohne leibliche Gewalt und ohneSchwert, und die sich bekehren, wiederum anzunehmen und ih-nen Vergebung der Sünden zu verkündigen; und ist Gott selberdurch diese Predigt kräftig, gibt Vergebung der Sünden und denheiligen Geist in das gläubige Herz, dadurch ewiges Leben ange-fangen wird; und ist diese Bekehrung und Freude im Herzen,und fasset ewige Güter, und zerbricht das leibliche Leben nicht;läfset den Leib essen, trinken, schlafen, Nahrung und Schutz su-chen, mit ehrlichen Ordnungen, Kaufen, Verkaufen, Eigenthum, !Regiment, in Summa: das ewige Licht im Herzen ist ein an-dres Ding, denn die äußerliche Nothdurft und Ordnung.

Weltliche Obrigkeit aber ist ein Amt, das äußerliche rechteGesetze, und Gerichte, Zucht und Friede erhalten soll, und sollzu solcher Erhaltung leibliche Strafe und Hilfe der Unterthanenmit gebührlicher Ordnung gebrauchen. Röm. 13. Also sind dieAemter unterschieden, Predigt und Schwert.

Der Sohn Gottes ist erstlich selber der Prediger; darnachsendet Er die Propheten. Als nach Abel sind Propheten undPrediger gewesen: Seth, Henoch und Andere, und sind gleich-

wohl Gericht und leibliche Strafen gewesen in Kains Stadt undRegiment.

Doch nach der Sündfluth ist klärec davon zu reden; denn