Bedenken vom Synodo und von Bündnissen. 225
zu halten sich verpflichtet hat. Dabei sollen wir recht thun, undauf Gott vertrauen, laut dieser Regel: Was aus Gott ist,wird nicht vertilget. So ist gewißlich diese Sache, Gottes Sache,wenn wir nur auch Gott selbst ernstlich anrusten, und in derLehre und Zucht fleißiger waren.
Doch da die Nachbarn, die zuvor Erbeinigung mit einanderhaben, es mit einander treulich meinen, und so Einer angegriffenwird, einander Rettung thun, das ist christlich und nötkig. Wasweiter von Bündnissen zu bedenken ist, das sollen Die betrach-ten, welche Verstand von der Regierung haben.
Zum andern wird vornehmlich auf einen 8/noäum gear-beitet; davon ist erstlich zu bedenken: ob möglich sei, einen statt-lichen 8^noüum zu halten. Denn viele Stande werden Niemandsenden wollen; nämlich der Kurfürst zu Brandenburg, Herzoge zuLüneburg, Pommern, Preußen, Anhalt, Nürnberg, Breslau, Lü-beck, Stadt Lüneburg u. s. w. Item, wer will das Ausschreibenthun, daran kaiserl. Majestät ein besondres Mißfallen haben wird?Deßgleichen ist zu besorgen, daß Etliche einen Lntm/nollum ma-chen werden; item: wer sollen die Zubsrimtore« iHmcxIi sein?Denn so nicht die Kur- und Fürsten selbst dabei sind, und zu-vor unter sich vereinigt, so werden große Spaltungen folgen.Item: vor allen Dingen ist zu bedenken, wie der Prozeß seinsollte, und welche Artikel sollten vorgetragen sein, und ob Hoff-nung sein möge, Einigkeit zu machen?
So nun größere Spaltung zu besorgen ist, so ist ja öffent-lich, daß besser ist, keinen 8/nollum zu halten; denn Gott hilftselbst endlich der Wahrheit. Eonstantius, der unruhige Dispu-tator, wollte seinem Vater Constantino gleich sein, und auchSynoden halten, ist auch selbst dabei gewesen zu Syrmium undAntiochia, und wurde nach jedem 8)-noäo viel größere Spal-tung, denn zuvor gewesen war. So spricht Nazianzenus: er habenie keinen 8)moäum gesehen, darnach nicht größere Spaltung ge-folgt sei. Mir gedenket auch, daß Herzog Ulrich, seligen undhochlöblichen Gedächtnisses, zu Schmalkalden war, da viel Prädi-cantcn versammelt waren, wie ernstlich beide Fürsten, Herzog Ul-rich und der Landgraf, arbeiteten, daß man nicht viel ckisputatio-nes erregen sollte, damit nicht größere Trennungen und Unwillenfolgere; dieses wissen noch der Landgraf und etliche alte würtem-bergsche Räthe. Und war zur selben Zeit allein die vontrovoisin«io lüoenu Domini streitig; jetzund bringt das weimarsschc Buchviel mehr Sachen, llo Uboro urditrio, «io justitiu «sseutiaii, «IoIII. 15