Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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210
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210 Bedenke» vom Syiiodo aller Kur- und Fürsten

sie gerecht, das ist, Gott gefällig sind, imputatn Justitia, prop-ter odeäientiam Mi*), durch den Glauben, und muß dasVertrauen nicht gesühret werden auf die Neuigkeit oder Jnwoh-nung; wie Daniel spricht:Erhöre uns nicht von wegen unsererGerechtigkeit, sondern aus Barmherzigkeit, piopter Dominum."(Um des Herrn willen.)

Dabei ist wahr, daß nach dem Glauben die angefangeneNeuigkeit Gott gefällig ist und ipird auch Gerechtigkeit genennct,in diesem Verstand, daß ein Anfang ist der Gleichförmigkeit mitGott und seinem Gesetz und Gottes Wirkung; es ist aber nichtdieses, darum die Person Gott gefällig ist.

Von der Summa dieser Lehre ist in unfern Kirchen durchGottes Gnade kein Streit; davon ist aber eine Uneinigkeit: Et-liche sagen: Osiander habe die imputatam sustitiam (zugerechneteGerechtigkeit) verworfen und gesagt: Der Mensch sei gerecht von we-gender Einwohnung Gottes in ihm, das ist, von wegen der Neuig-keit, und von wegen des Gehorsams Christi; denn Osianderspricht: Imputatn zustitia. triAillior Alaoio**). Item, lustitiaost, guse taoit no8 su8ta taoere***).

Diese äeünitio ist allein Gesetzlehre und ist nicht diesezustitia, denn Paulus spricht: Orellenti in eum, gui siuitiüoatiinpium, imputatur trlles ezus all zuMtiamff). Dagegen sprechenEtliche, man verstehe Osiandrum zu hart, Etliche aber, alsFunk, sprechen noch, es sei unrecht geredet: der Mensch ist ge-recht von wegen des Gehorsams Christi.

Nun ist zu hoffen, daß die^e Uneinigkeit leicht zu vertragensei, nämlich, daß wir Alle zugleich die Lehre, durch welche llsimputata su8titia in unser» Kirchen gepredigt wird, bekennen.Will Funk dagegen schreien, so werde er condemnirt; wer abersonst Osiandrum entschuldiget, der mag es für sich thun, undmache andern Kirchen damit keine Unruhe.

Der dritte Artikel, vom Sacrament des Leibesund Bluts Christi.

Wiewohl aus den alten vornehmsten Scribenten diese Sache

*) Durch die zugerechnete Gerechtigkeit, um des Gehorsams des Soh-nes willen.

**) Eine zugerechnete Gerechtigkeit ist kälter als Eis.

*) Gerechtigkeit ist, was in uns ivirkt das Rechtthun.

-s) Wer an den glaubet, der die Gottlosen gerecht macht, dem wirdsein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit-