und Stände Augsburgischer Eonfession. 209
Oonverte MV , Domino, ot vonvortur*). Und di'eß lehret derSpruch: 4'raliit Deus, soll volontom trnliit^*). Der Menschsoll nicht dem Unglauben nachhangen, und dichten, er wolle war-ten, bis er zu Gott gezogen werde, ohne seinen Willen, mit ei-nem seltsamen, wiedertauferischen Gesicht, oder Mirakel. Gottwirket, gibt den heiligen Geist, stärket und tröstet durch's Wort:Dirlos ex nullitu ost, auäitus per verdum Dei***).
Diese Regel kann man verstehen und nützlich üben, undführet den Menschen zu Gottes Wort, nicht auf eigene Gedan-ken, und macht nicht Verwirrung von der Prädestination, oderandern fremden Disputationen äo nooossitsto.
Und wiewohl D. Luther in sorvo arbitrio hart geschrie-ben, so gibt er doch in andern Schriften diesen Rath, wie jetztgesagt ist, und folgen diese heftigen Consequentien nicht daraus,daß darum der Mensch Verdienst habe rc., wie Gallus zu Re-gensburg und Antonius zu Nordhauscn cavilliren, und warenin Summa in einem 8)mo<lo von diesem Bericht die Verständi-gen zu hören, die, als ich achte, einträchtig bei dieser Meinungbleiben werden.
Von Osiandri Lehre.
Zn allen unfern Kirchen ist einträchtig diese Lehre bekannt,daß der Mensch vor Gott gerecht werde und nach der Bekehrunggerecht sei, das ist Gott gefällig, imputnta justitia, von wegendes Gehorsams Christi, aus Barmherzigkeit, allein durch denGlauben, wie Paulus spricht, Röm. 5 : ker obodiontiam unius,multi constituuntur gusti-j-), und Jesaias spricht: dlvtitikl sorvimei justi justiücabit muItosH) Und ist bekannt in unfern Kir-chen einträchtig, daß die angefangene Neuigkeit, die dem Glau-ben folget, die Oslander nennet eine Jnwohnung Gottes, nichtdieses sei, darum die Person vor Gott gerecht ist, das ist, Gottgefällig, denn es bleibet viel Sünde in uns, wie Job spricht:„Ich weiß wahrlich, daß kein Mensch vor Gott gerecht ist"; undmuß dieser Trost für und für in den Bekehrten bleiben, daß
Bekehre du mich, Herr, so werde ich bekehret!
") Gott ziehet, aber er zieht nur de» Geneigten.
**') Der Glaube kommt aus der Predigt, das Predigen aber durchdas Wort Gottes.
-fl Durch Eines Gehorsam werden Viele Gerechte.
-ff) Durch seine Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, Vielegerecht machen.
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