Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Bedenken vom 8^noäo aller Kur- und Fürstenund Stände Augsburgischer Confession, von PH.Mel. gestellet.

mag für meine Person, durch Gottes Gnade Richter lei-den, alle christliche Kur- und Fürsten und Stande und gottes-fürchtige ehrliche Männer von Rathen und Prädieantcn in unse-rer Kirchen, und hoffe bei denselben ein leidlich Urtheil.

Zum andern, ich scheue den 8/noiIum nicht, von wegenHitler*) und seines Anbanges; denn so sie gleich mich condem-nircn und verjagen, bin ich wohl zufrieden; denn ich begehre nichtbei ihnen zu sein, dieweil ich gewißlich weiß, daß gedachter III/-ricus und sein Anhang nicht Gottes Ehre suchet, sondern öffent-lich der Wahrheit widerstrebet, und noch nie sich erkläret hat vonder ganzen Summa der christlichen Lehre.

Zum dritten, darf man von wegen seines Lärmens keinenF^noäum halten, so viel mich belanget, denn ich habe bisher ge-schwiegen, und bin bereit, aus diesen Landen weg zu ziehen, wennman will; ich wäre auch vor dieser Zeit gern gewichen, aber ichhabe alle Zeit bedacht, es würde großer Lärm daraus folgen, soich ihm an andern Oertcrn antworten würde. Dieses rede ichdarum, daß man nicht gedenke, ich widerrathe den 8^noüum,darum, daß ich mich fürchte, ich würde condemnict oder verjagtwerden. Das sei von meiner Person geredet.

So viel nun die Sache an sich selbst belanget, ob ein ge-meiner 8/no>Ius zu berufen sei, und wie zu proccdiren sei, daraufspreche ich also:

Es sollen und müssen Kirchengerichte sein, und ist recht undchristlich bedacht in etlicher Kur- und Fürsten Landen, daß fürihre Unterthanen 0»i,8istoi-ia geordnet sind, die zu jeder Zeit, sostreitige Sachen vorfallen, rathen können, wann und wie in ih-

Matth. FlaciuS.