192 Fürstliches Schreiben und Antwort rc.
drungene Protestalion vor ihnen nicht zu verstnttcn, und darüberihnen das^olloguiuin (welches im wenigsten in ihrer Macht nichtstehet) zu versperren, mit der Vermessenheit, als ob stände unserewahre Religion bei ihren affectionirten Geschäften und Befehlen,daraus ja klarlich zu vernehmen, wohin bemeldtes Lroitii undAnderer seines Anhanges Gemüth gerichtet, daß sie auf den Fall ei-nes 8)mo»Ii dieselbe verführerische Lehre nicht zu improbiren, sondernvielmehr zu defendiren, oder auf's Wenigste also zu verschlossen ge-meint sind, damit dieser Jrrthum nicht an den Lag komme, son-dern weiter heimlich, zu Schaden vieler Gewissen, ausgebreitet wer-den möchte, welches er denn sonderlich in dem beglaubiget, daß erin einem seiner Schreiben, an unfern freundlichen lieben Oheim undSchwager, den Herzog zu Preußen, ausgegangen, nicht alleindie wissentliche verführerische Osiandrische Lehre nicht impro-Lirt, sondern auch seine Liebden mit seinem Rath davon unabgc-weudet gelassen, und darüber in etlichen Artikeln gegen Andereunsrer wahren Religionsverwandten gelehrten Beifalls gethan, dazudenn sich der Andere sein tlolloAL öffentlich soll haben vernehmenlassen, daß wir unfern Theils den Tag nicht erleben sollten, daßdes Osiandri Lehre sollte verdammet werden.
Aus dem, wie oben berührt, Vrentii und der Andern affec-tionirten Gemüth zu höchster Aergerniß der ganzen christlichen Kir-chen lauter und klar zu vernehmen, von wegen des Jrrthumsder Wahrheit nicht zu weichen, sondern zu seiner Glorie die ar-men Gewissen in solchem eingeführten Jrrthum stecken zu lassen,damit er der Mann befunden, der niemals geschlet, sondern alleWege den rechten Weg gegangen habe.
Dieweil Ihr aber unsere Augsburgische christliche Confessionund äpoloAia, auch schmalkaldische Artikel im Namen der an-dern Stande mit habt stellen helfen und verfassen, auch vonGott dem Allmächtigen mit Gaben gnädig versehen, daß Ihr vorallen Andern, so dawider Etwas Vorbringen, odrr sonsten zumNachtheil der gemeinen Kirchen vermanteln und verschweigen wol-len, mit großer Frucht und Nutz, zu Abwendung desselben Vor-nehmens, dagegen fechten und streiten könnt; als ermahnen WirEuch hiermit, ganz gnädiglich begehrend, Ihr wollet als ein Die-ner des göttlichen, allein seligmachenden Worts, Euer Gewissenerretten, und auf die Wege in diesem (üolloguio gedenken, damitsolche Corruptelen und Secten nicht also verdrückt, sondern öffent-lich entblößt und aufgedeckt und zu weiterer Aergerniß nicht Ursachgegeben, dieselbigcn auch vermittels göttlicher Hilfe und Euer