Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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Fürstliches Schreiben an Mel. zur Zeit des6oI1o<Mi zu Worms.

Von Gottes Gnaden Johannes Friedrich der Mittlere, Herrzu Sachsen, Landgraf zu Thüringen und Markgraf zuMeißen rc. Dem Hochgelehrten unserm lieben GetreuenM. P. Mel. jetzt zu Worms ic.

Unfern Gruß zuvor, Hochgelehrter lieber Getreuer! Ihr wissetEuch vor Andern vernünftig wohl zu berichten des rechten Ver-stands und Inhalts unserer wahren christlichen Religion derAugs-burgischen Eonfession, ^pologi» und Schmalkaldischen Artikel, undwas darin derer Herz und Gemüth gewesen, so sich zu solcherchristlicher Eonfession bekannt, und daß die Secten, Eorruptelen,so nach der Zeit von dem Osiander, Zwinglio, Interim und An-dern eingeführet und an vielen Oertern nicht ohne sonderlich großeAergerniß eingerissen, sondern sich in den vornehmsten Artikelnder Justification, «um purtivula 8ol»*), dem hochwürdigen Sacra-ment des Leibes und Bluts Christi und andern belangenden nichtvergleichen oder mit derselbigen unserer Eonfession Eins sein; son-dern Vielwege dawider fechten und streiten, wie denn solches inetlichen ausgegangencn Schriften Ihr selbst angezogen, auch in-sonderheit darin den Osiandrum improbirl habt.

Nun werden wir aber glaublich berichtet, daß etliche Illieo-logi, Ilrontius und Andere seines Anhangs, zu Worms öffent-lich auch ohne Scheu erzählen wollen, als sollten solche angezo-gene Osiandrische und andere Eorruptelen, der AugsburgischenEonfession nicht ungemäß oder derselben zuwider sein, dadurch siedenn Ursach sollen nehmen wollen, solche schädliche Seelen nichtallein nicht zu improbiren, sondern auch von den Unfern ihre nothge«

*) Das Wörtchen allein. (Nämlich: durch den Glauben alleinwerden wir gerecht.)