Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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Bedenken von Freistellung der Religion. Andie Gesandten der Kur- und Fürsten auf demReichstage zu Augsburg, Anno 1555.

L^er päpstlichen Kur- und Fürsten und Bischöfe Artikel, dadurchden Bischöfen und ihren Landen, Adel und Städten, der Wegzur Erkenntniß des Evangelii verschlossen wird, ist nicht zu wil-ligen. So ist auch derselbe Artikel derjenigen Bischöfe Landen,die jetzt mit unfern Kirchen gleicher Ordnung sind, zuwider, undwerden dieselben dadurch vom Evangelio wiederabgedrungen, näm-lich Halle, Straßburg, Naumburg, Bremen, Halberstadt, Ea-min w. Auch werden durch denselben Artikel die Wege zur Ei-nigkeit künftig verschlossen.

Denn menschlich ist kein anderer Weg zur Einigkeit in derReligion in Deutschland zu gedenken, denn dieser, daß die klareWahrheit soll für und für mehr Bischöfe', Fürsten und andereRegenten bewegen, diese Lehre anzunehmen und zu pflanzen. Dießist auch ein Weg zum Xutioimlconolliu oder (lolloguio, so et-liche mehr Bischöfe sich klar eröffnen würden; denn daß Etlichegedenken, man sollte im Nationulooncilio oder 6oIIoguio aufeine solche Einigkeit arbeiten, daß man die alten stinkenden päpst-lichen Mißbräuche und Jrrthümcr, oder Monarchie wieder aufrich-ten sollte, das ist unmöglich; es möchten andere Jrrthümcr undMißbräuche unter anderm Scheine und Namen einreißen; aberdie päpstlichen Mißbräuche in der Päpstler Gewalt Namen wie-derum aufzurichten, achte ich unmöglich, obgleich von Englandsolche Visitation bei den Päpstlichen sehr gerühmet wird.

Dieweil aber die Kur- und Fürsten gerne wollten die hoch-löbliche Ordnung der Kurfürsten erhalten, wollten auch sonst nichtgerne den bischöflichen Stand zerreißen, achte ich für Noch, daß