Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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142
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142 Predigt, gehalten zu Nürnberg über Rom. Z.

Christi Tod sei nicht unsere Gerechtigkeit selbst; denn Er seinicht ewig, sondern die göttliche Natur in Christo sei die wesent-liche Gerechtigkeit selbst; item, durch den Tod Christi werden wirgerecht pravparativs , als daß damit verdienet sei, daß uns diegöttliche Natur und wesentliche Gerechtigkeit werde eingcgossenund mitgetheilet. Dieß speiet der Teufel in die Welt, daß erden Herrn Christum lästere, und die armen Christen irre mache.

Dagegen ist zu wissen, daß uns Paulus vorgestellt denganzen Christum, Gott und Menschen. Er bindet auch nichtdie Gerechtigkeit in die einige Natur in Christo, sondern er wei-ser uns zu dem Gehorsam und zu der Erlösung und Genugthuung,und diese Person, welche Gott und Mensch ist, für uns gethanhat, und spricht, daß wir durch dieses Jesu Christi Gehorsamund Tod gerecht sind, denn Christi Tod und Gehorsam istdazu geschehen, und dazu von Gott verordnet, daß er unsere Ge-rechtigkeit vor Gott sein soll, imputative , wie Christus selbstspricht: Ilaso e«t siistitia ve«tra, guoll CAO all patrein vallo*);bei diesem Trost sollen die Christen bleiben und sich mit solchenenthusiastischen unchristlichen Gedanken und Schreien nicht lassenin Jrrthum führen.

Zum letzten meldet Paulus auch alle Wege mit den Glau-ben, denn lalle« e«t causa instruiuentali« : Der Glaube ist daseinige Mittel, damit wir Gottes Gnade annehmen und Christumden Mittler ergreifen und sein Verdienst und Genugthuung unsappliciren und zu eigen machen; als: daß du kannst im Herzensprechen wider Teufel und Tod: ich weiß, daß mir meine Sün-den um Christi willen vergeben sind. Denn der Glaube istnicht allein ein bloßes Wissen der Historien von Christo, wel-ches die Teufel auch wissen, sondern es ist ein herzliches festesVertrauen auf die Verheißung des Evangelii, und stehet aufChristo dem Mittler, auf seinem Tod, Blut und Auferstehung,wie Paulus hie spricht: llustilieamur per klloin in sanAuineesu«; item: die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, kommt alleindurch den Glauben an Jesum Christum.

Mit solchem Glauben wirket in uns der Sohn GottesFriede, Freude durch den heiligen Geist, und ein gut Gewissen,wie der Spruch zeuget: llustilieati lille paeem iiabenru«.

Auch sollen die Christen für die heidnische Lehre der Mönchevon der Dubitation unterrichtet werden, daß sie nicht zweifeln

*) Das ist eure Gerechtigkeit, daß ich zum Vater gehe.