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3 (1829)
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Predigt, gehalten zu Nürnberg über Röm. 3.

Weiter zeiget Paulus auch die Ursachen an, woher solcheGerechtigkeit kommt, und wie sie erlanget wird.

Als erstlich spricht er: sustiücamur gratis per gratiam Del;d. i., der Sünder wird gerecht aus Gottes Gnaden, ohne Ver-dienst, umsonst. Da begreifet er verrnn et principalsin cau-sam ekkeieutem, nämlich daß Gerechtigkeit allein hcrkommt ausGottes Gnade, und dieß ist der Trost des Evangelii, damit dieHerzen aufgerichtet werden; denn das Herz erschrickt vor Gott,und kann sich keiner Gnade, sondern allein Zorns und der Strafe»erhoffen, wie Joh. 9. stehet:keccatores vcus non cxau-ckit," Gott erhört die Sünder nicht. Also denket ein Jeglicher,er habe Gott erzürnet; ja wir fühlen auch das böse Gewissenum der Sünde willen. Dagegen spricht das Evangelium diesenTrost: Gott wolle uns nicht verwerfen, sondern aus Gnaden,ob wir schon unwürdig sind, selig machen, und heißet hierGnade nicht eine geschaffene Tugend, oder innerliche Gabe inuns, darum uns Gott gnädig sei, sondern Gnade heißet GottesBarmherzigkeit und Liebe gegen un§ Anwürdige Sünder, wie dieSprüche Eph. 2., 1. Joh. 4 . und Nom. Z. auch ChristusJoh. 3. klar zeuget.

Sonderlich aber soll das Wort, gratis, gemerket werden,denn damit stößet Paulus zurück all unser Verdienst und Ga-ben, und ob wohl Bekehrung, Glaube und folgende Tugendenin den Christen sein müssen, dennoch sind sie nicht cansas si>-stitiae, sondern es bleibet der Trost gewiß, daß wir lauter ausGnaden Gottes, gratis, gerecht und angenehm sind. Auch hei-ßet das Wort zustilicari nicht, innerlich fromm und verwandeltwerden, oder innerlich vergöltet werden, und also gerecht sein,wie die Mönche und Oslander dichten und schreien, sondern esheißet in Paulo, cx reo non rcum lieri, das ist, vor Gottangenehm sein, als gerecht geachtet und angenommen werden.

Zum Röm. am 5. spricht Paulus, constitui scn reputarisiistum coram vco. Durch Eines Gehorsam werden wir vorGott als gerecht gestellet und für recht gehalten. Dieses Alleszeuget, daß wir nicht um unserer Tugend und Gaben willen ge-recht werden, und halt diesen allerhöchsten Trost vor, daß wirallein aus Gnaden und Barmherzigkeit von Gott angenommenwerden.

Darnach stellet uns Paulus vor Christum, den Mittlerund Gnadenstuhl, mit seinem Tod, Bezahlung und Genugthu-ung, als c-rusain impulsiven zustitias; denn wenn das betrübte