Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
135
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Bon der Gerechtigkeit des Glaubens. 135

Geist in ihm wohnet, und Gottes Bild und die Vollkommenheitaller Kräfte durch Christum in ihm ungerichtet wird. Dieß istim Grunde der vorige Jrrthum und allein eine Gesetzlehre, dennvrigstn.'Ui« ftüjtitia V8t »P8a IeFl8 zu8titia (die'ursprüngliche Ge-rechtigkeit ist selbst die Gerechtigkeit des Gesetzes).

Wenn nun Paulus spricht: ex leAv nomo zu 8 tikeatur,aus dem Gesetze wird kein Mensch gerecht, da verdammt er zu-gleich alle Mönchercien von guten Werken, und äo ft^titi.-» ia-Iiaerentv, auch diesen Jrrthum, der neulich erdichtet ist, <Io 08-8e»>I>, et oriAlnali ;u 8 titia und die solches lehren, oder mitSophisterei schmücken, die predigen nicht die Gerechtigkeit des Evan-gelii, sondern bringen hervor ein anderes Evangelium zur Ver-blendung der Barmherzigkeit.

Es zeiget aber auch Paulus Ursachen an, warum derMensch nicht durch das Gesetz gerecht und selig wird. DennGottes Gesetz ist weit unterschieden von menschlichen Mandaten,die allein äußerlichen Gehorsam fordern; sondern Gottes Gesetzstehet ins Herz, und fordert einen ganz vollkommenen Gehorsam,daß der ganze Mensch rein und heilig sei, wie Paulus spricht,Rom. '7: ,, I,ex «8t 8piiituall8 (das Gesetz ist geistlich); undChristus spricht aus Moses:Liebe Gott und deinen Nächstenvon ganzer Sele, von allen Kräften und von Grunde deines Her-zens." Matth. 22. Dagegen müssen wir bekennen, daß der Menschjetzt nach dem Fall nicht mehr rein und englisch, sondern fleisch-lich ist, wie ihn auch Paulus fleischlich nennet. Denn die arme,elende menschliche Natur ist nicht mehr vollkommen, sondern ganzverkehret, verderbet, mit Sünden vergiftet und strebet wider Gott,wie Rom. 8 stehet:Aller Sinn und Gedanken des Fleisches inder verderbten Natur ist Gott feind, von Gott ganz und garabgewendet, und vermag Gottes Gesetze nicht zu halten." Item:des Menschen Herz ist von Art verkebret und heillos;" Jecem.17. Item:Ich befinde ein ander Gesetz in meinen Gliedern,welches widerstrebet Gottes Gesetze," Rom. 7, und der HerrChristus spricht:Was aus dem Fleisch geboren ist, das istFleisch."

Darum so kann diese arme schwache Natur nicht gerechtsein durch's Gesetz; denn sie kann cs nicht erfüllen und halten,und irren die Menschen gröblich, daß sie dichten, das Gesetz for-dere allein äußerliche Zucht, wie Menschengebot. Dagegen ver-kleinern sie die Erbsünde und sprechen: der Mensch könne demGesetz genug thun. Diese irrige heidnische Lehre muß gestraft