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3 (1829)
Entstehung
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Bon dcr Gerechtigkeit des Glaubens.

Der erste LH eil.

Zum ersten, wenn Paulus spricht, was das Gesetz sei,was das Gesetz saget, saget es denen, die unter dem Gesetzesind;" item:durch's Gesetz wird kein Mensch gerecht;" item:durch's Gesetz kommt Erkenntniß der Sünde:" da wissen alleChristen, daß das Gesetz heißet die zehn Gebote Gottes, welchesind eine göttliche ewige Lehre, die Gott in der Schöpfung inaller Menschen Herzen als in ein Bild gepflanzet hat, und aufdem Berge Sinai mit Erdbeben und großen Schrecken offenba-ret, darin Gott zeuget, wie Er selbst ist gerecht, weise, gut, derdie Sünde hasset und das Gute liebet, und damit unterscheidetGott Tugend und Untugend, gute Werke und Sünde, und leh-ret, wie der Mensch vor Golt sein sollte. Gott fordert auch imGesetze einen ganz vollkommenen Gehorsam, ein englisch reineSHerz und heiliges Leben, und verheißet das ewige Leben Allen, dieseine Gebote vollkommen erfüllen, wie Christus spricht:Thuedas, so wirst du leben!" Wiederum zürnet auch Gott heftig imGesetze über die Sünde, und verdammt zum ewigen Tod Alle,die solchen vollkommenen Gehorsam nicht haben, wie Gott in Mo-ses spricht:Verflucht sei ein Jeglicher, der nicht Alles hält,und mit dem Werke erfüllet, was im Gesetze geschrieben ist."

Aus diesem ist nun offenbar, was die Gerechtigkeit des Ge-setzes sei, nämlich zustitia legis ist vollkommener Gehorsam, undErfüllung der Gebote Gottes, daß der Mensch innerlich und äu-ßerlich, wie die Engel, mit Gott gleichförmig, ganz vollkommenund ohne alle Sünde sein sollte, gleich als Gott selbst ist undals die guten Engel sind, und als Adam vor dem Fall gewesenist; dcr also ist, und also lebet, der ist nach dem Gesetze ge-recht und selig, wie Paulus spricht: I^on auditoros, sed kao-tores legis sunt zusti, Item: <tui keeerit liaee, vivet in eis.(Nicht die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz thun, sindgerecht. Wer das thut, der wird darinnen leben!)

Hier ist nun zu allen Zeiten auch bei den Heiden diese diehöchste Frage gewesen, welche Paulus allhier handelt: wie undwomit dcr Mensch alsdann gerecht sei und wodurch er selig werde?

Da antwortet die Vernunft und spricht: daß der Menschalsdann gerecht sei, wenn er vollkommen fromm ist, und genugguter Werke und Tugenden hat, welches eben im Grunde derMönche Lehre ist, und die Vernunft kann ohne Gottes Wortund ohne das Licht des Evangelii nicht anders richten.