Erklärung des Textes Pauli, Rom. 3. Vonder Gerechtigkeit des Glaubens. Predigt vonMelanchthon, gehalten von einem vr. Hieo-1o§iu6 zu Nürnberg vor der ganzen Gemeindeund Kirche, zur Beilegung der DsiandrischenStreitigkeiten. Im I. 1555.
Wie der Mensch in der Bekehrung vor Gottgerecht werde.
„Äieben Brüder! wir wissen, Alles, was das Gesetz saget, dassaget es denen, die unter dem Gesetze sind, auf daß Aller Mundverstopfet werde, und alle Welt vor Gott schuldig sei; darum,daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werk vor ihm gerecht seinmag. Denn durch das Gesetz kommt nur Erkenntniß der Sünde.Nun aber ist ohne Zuthun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vorGott gilt, offenbaret, welche doch ist bezeuget durch die Prophe-ten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die dakommt durch den Glauben an Jesum Christum, zu Allenund auf Alle, die da glauben; denn es ist hier kein Unterschied.Alle Menschen sind Sünder und mangeln des Ruhms, den siean Gott haben sollten, und werden gerecht ohne Verdienst, ausGottes Gnade, durch die Erlösung, so durch Christus Jesusgeschehen ist, welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl,durch den Glauben in seinem Blut, damit Er die Gerechtigkeit,die vor Ihm gilt, darbiete, indem Er Sünde vergibt, auf daß Erallein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubensan Jesum. So halten wir es nun, daß der Mensch gerechtwerde, ohne des Gesetzes Werk, allein durch den Glauben rc."
Diese Worte sind das Hauptstück in der Epistel an die Rö-mer, und begreifen die Lehre vom Gesetze und von der Gerech-
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