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Berebung und Vertrag etlicher Prädicanten
Bon Osiandri Schriften,darin zum Theil viel dunkele Reden sind, zum Theil auch öf-fentliche Unrechte Reden und Deutungen, haben wir in Summadieses bedacht, daß wir, so wir allhier unterschrieben, bleiben wol-len bei unfern vorigen Antworten, welche wir auf Osiandri Schrif-ten gestellet haben, und bei dem eonsensu aller andern Kirchen,darinnen christliche Lehre recht geprediget wird, die in der Haupt-sache eintrachtiglich mit uns Antwort gegeben haben, so wir unsdoch zuvor nicht mit einander haben unterredcn können, oder eineConspiration können machen, und wollen diesen wahrhaftigen oon-8LN8UM nicht trennen.
Was nun Ostander von den göttlichen Personen schreibt,das mögen verständige Leser bei sich betrachten, als da er spricht:8i libet, adde 8piritum 8anctum*); item, er setzt an keinenOrt Unterschied zwischen dem Sohn und heiligen Geist; item, ermacht nicht Unterschied zwischen der Gerechtigkeit göttlicher Naturin Christo und einem Heiligen; item, er spricht: die Vergebungder Sünde sei allen Menschen gegeben, da Christus seinen Ge-horsam am Kreuz vollendet hat, aber diejenigen, die verdammtwerden, werden darum verdammt, daß sie nicht haben dustitlamessentialem (die wesentliche Gerechtigkeit). Item, allein die Gott-heit ist Gerechtigkeit; der Gehorsam Christi sei nicht Gerechtig-keit. In diesen Reden hätte er vielleicht andere Erklärung gege-ben, so er gelebt hätte, denn wie sie lauten. Aber die Haupt-sache ist diese, daß er spricht, der Mensch sei nicht gerecht vonwegen des Gehorsams Christi, sondern von wegen der Gottheit,so im Menschen wohnet, und schreibet ausdrücklich wider die In-stitiam impntatam proptsr vbeäiontlain Oliristi (Gerechtigkeit,die um des Gehorsams Christi willen zugerechnet wird). Nunhaben die Heiden auch dieses erkannt, daß große Tugend GottesWerk ist, und hat ihnen diese dvlinitio Osiandri sehr wohl ge-fallen, Institia est, «juod kamt nos jnsta t'avorv (Gerechtigkeitist, was uns macht das Rechte thun); und Gott selber ist In-stitia. Aber wir in der Kirchen Christi müssen wissen, nicht al-lein vom Recht thun, sondern wie wir Gott gefällig sind, sowir doch noch Sünde haben an uns, und wir dieser Gerechtig-keit nicht gleich sind, dazu uns Gott, laut seines Gesetzes erschaf-fen hat, und dazu Er uns wieder auferwccken wird; und waswäre uns geholfen, wenn wir nicht wüßten, wie wir Gott ge-
*) Willst du, so setze hinzu den heiligen Geist.