Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
98
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98 Bedenke» auf's (Augsburger) Interim, vom I. 1548.

Zum dritten, so ist öffentlich der ganzen Welt, daß mandie Heiligen nicht allein zu Mittlern gemacht, sondern man istviel weiter gegangen; man hat besondere Hilfe bei Jedem gesucht.

Diese große Abgötterei wird gestärkt, so man den Anfangund diese Anrufung behalt, davon das Buch saget.

Zum vierten, man soll keinen oultuin in die Kirchen einfüh-ren, den Gott nicht geordnet hat durch sein Wort; der Heiligen-dienst hat keinen göttlichen Befehl, wie öffentlich ist.

Zum fünften, das menschliche Herz soll und kann nicht an-rufen, wenn es nicht weiß, ob Gott solche Form der Anrufunggefällig ist; nun ist kein Gottes Wort, das uns also lehre an-rufen, und sind dagegen die Verbote stark, welche lehren, daßman allein göttlich Wesen und durch den Mittler anrufen soll,und soll dieser Spruch fest bleiben:Was ihr den Vater bittenwerdet in meinem Namen, das wird er euch geben." Dieser ei-nige Sohn ist uns vorgestellt als Mittler, Versöhner und Für-bitter; dagegen sagt das Buch nicht allein von Fürbitte, sondernauch vom Verdienst der Heiligen, das noch sträflicher ist, und isteine unverschämte Lügen, daß es saget: Jakob habe seine Kindergelehret, Abraham und Isaak und ihn anzurufen, so doch derSpruch Gen. 48 diesen Verstand hat: Sie sollen meine undIsaaks und Abrahams Kinder genennet werden; d. i., ich bezeuge,daß die Verheißungen, die Abraham, Isaak und mir zugesagt sind,die sollen auf sie, als auf unsere Nachkommen erben, nämlich,daß sie gewißlich eine Kirche und Regiment haben werden, undwerden darinnen viel Erben sein der ewigen Seligkeit.

Diesen wahrhaftigen Verstand laßt das Buch fallen, unddichtet einen falschen von der Anrufung rc.

Dergleichen sind andere mehr Sprüche im Buche unrecht ge-deutet. Aus diesem Allen ist klar, daß Niemand in diesen Ar-tikel des Buchs willigen soll, in welchem die Heiligenanrufunggeboten und gestärkt wird.

Aber der ganzen Kirchen Historien von Anfang bis zumEnde zu wissen, ist zu vielen Sachen nützlich, daß man Zcugnißdaraus nehme, daß Gott seine Kirche für und für erhält, unddaß man Gott danksage, daß er sich in den Heiligen geoffenba-ret hat.

Item, daß wir uns mit der Heiligen Exempeln unterweisenund stärken. Dazu werden der Heiligen wahre Historien bei unsin den Predigten oft angezogen und den Leuten vorgetragen, wel-ches wir forthin auch thun wollen.