Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
90
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vo Bedenken auf's (Augsburger) Interim, vom I. 1548.

der Mensch zu der Gerechtigkeit; so ist doch diese- de- Buch-Verstand, der Glaube sei nur eine Vorbereitung, und darnach seider Mensch gerecht durch die Liebe, wie das Buch öffentlich sagt:darnach sei der Mensch wahrhaftig gerecht, durch die Liebe.

Und damit es sich weiter erkläre, spricht es: es sei gleich-wohl wahrer Glaube im Menschen, wenn er gleich im bösen Ge-wissen lebet und die Liebe nicht hat.

Item, von wegen der Liebe sei der Mensch ein Erbe de-ewigen Lebens.

Das Alle- ist im Grunde die Meinung: der Mensch istgerecht, d. i,, Gott gefällig, von wegen seiner Liebe und Werke,wie vor dieser Zeit die Mönche gclehret haben.

Und wird in diesem Artikel die nöthige Lehre vom Glau-ben verschwiegen, nämlich, daß, ob gleich Liebe und gut Gewis-sen in uns sein soll und muß, sind wir doch vor Gott gerecht,d. i., Gott gefällig, um des Heilandes Christi willen, durchdas Vertrauen auf Ihn, und nicht von wegen unserer Reinigkeit.

Dieser Artikel ist durch Gottes Gnade also erkläret in un-fern Kirchen, daß wir nicht zweifeln; es sind sehr viel Menschen,die ihn wohl und recht verstehen, und können dieses Buch wohlrichten.

Wir bekennen und lehren auch treulich, daß Reu' und Leid,Bekehrung zu Gott, Liebe, guter Vorsatz und gut Gewissen imHerzen sein müssen, und muß dieser Spruch wahr bleiben: tzuinun äiliAit, innnet in Morte *).

Es müssen beisammen sein viele nöthige Tugenden, Glaube,Liebe, Hoffnung, gut Gewissen, guter Vorsatz rc. Wie solchesdurch Gottes Gnaden reichlich in unfern Kirchen gepredigt wird.

Dennoch über diese Tugenden muß das Vertrauen auf denSohn Gottes sein, wie gesagt ist, und muß die andern Tugen-den alle Zeit überschatten; denn alle Tugenden sind schwach inuns, und bleibt »och viel Unreinigkeit im menschlichen Herzen indiesem Leben. Darum müssen wir uns an den Mittler hängen,und durch Ihn Gnade suchen; denn also spricht der Psalm:Vordir ist kein Lebendiger gerecht;" und Daniel am 9. spricht:Erhöre uns nicht von wegen unserer Gerechtigkeit, sondern vonwegen deiner Barmherzigkeit, um des Herrn willen rc."

Also sollen wir auch vor Gott treten, und dieses Vertrauenauf den Sohn Gotte- mit un» bringe» und wissen, daß, ob

*) Wer nicht liebt, der bleibt im Lode!