Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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Bedenken auf's (Augsburger) Interim, vomJahr 1518.

Uns ist die Vorrede, die neulich vor das Buch gemacht ist,nicht zugestellet, darum wir jetzund davon keine Meldung thunkönnen. Wir vernehmen aber, daß cs eine sehr beschwerlicheSchrift sei. Wo nun diese Meinung darin ist, daß sie unsereKirchen verdammen, und daß die Annehmung dieses Buchs einBekenntniß sei, als haben unsere Kirchen bisher unrecht gelehret,und haben muthwillig Spaltung angerichtet; so ist aller Verstän-digen in unfern Kirchen Nolhdurst, dieses zu verantworten. Dennso wir uns nach erkannter Wahrheit des Evangclii selbst also stra-fen, und uns zu Verfolgung der erkannten Wahrheit verpflichtenwürden, dieses wäre Gotteslästerung, die nicht vergeben würde,davor uns Gott gnädiglich behüten wolle.

Wiewohl nun Krieg und Zerstörung gedrohet werden, so sol-len wir dennoch Gottes Gebot höher achten, nämlich, daß wirdie erkannte Wahrheit des Evangelii nicht verläugnen sollen.

Zum andern, so ist auch die Lehre vom Sohne Gottes undvon Vergebung der Sünden ein besonderer Rath Gottes, denGott aus unaussprechlicher Barmherzigkeit geoffenbaret hat, undwill, daß alle Menschen dieselbe Lehre erhalten helfen, dadurchIhn recht anzurufen und Seligkeit zu erlangen.

Nun hat der Teufel von Adams Zeiten an für und fürviel List versucht, diese Lehre auszulöschen oder zu verdunkeln,wie die Stempel schrecklich beweisen.

Darum sollen wir uns fleißig hüten, daß wir nicht vonrechter Lehre abgeführet werden, wie uns Gott oft sehr warnetund vermahnet.

Zum dritten, so will man auch bedenken, so man ln Kir-chen dieser Lande öffentlich Unrechte Lehre und Abgötterei wiederumanrichten würde, wie großes Aergerniß in unfern Kirchen venu-