Bon d. Sünden d. Luserwähltcn, gegen d. U. NaogorgiuS. 83
mit klaren Worten da: „welches ich hasse." Wo nun Gott überJemanden zürnet, der ist nicht heilig, angenehm rc., und sindohne Zweifel Auscrwählte und Nichtauserwahlte unter diesen ge»wesen.
Aus diesen und viel mehr Zeugnissen haben wir alle Zeiteinhelliglich in allen Kirchen also gelehrt, daß, so ein Heiligerwissentlich und williglich wider Gottes Gebot thut, daß er nichtmehr heilig sei, sondern habe rechten Glauben und heiligen Geistausgeschüttet. So er sich aber wiederum bekehrt, so hält Gottseinen gnädigen Eid, darinnen er spricht: „So wahr ich lebe, ichwill nicht, daß der Sünder sterbe, sondern daß er bekehret werdeund lebendig bleibe." Darum nimmt Gott um Christi willenden Bekehrten wiederum an, zündet an in seinem Herzen Glau-ben durch das Evangelium und heiligen Geist, und ist uns nichtbefohlen, vorhin zu fragen, ob wir auserwählt seien, sondern esist genug, daß wir wissen: wer endlich verharret in rechter Bußeund Glauben, der ist gewißlich auserwählt und selig, wie Chri-stus spricht: „Selig sind, die beharren bis an's Ende."
Dieser Unterricht ist klar, und macht nicht ein furchtlos We-sen in denen, so gefallen sind, sondern lehret sie, Gottes Zorngroß zu achten und zu fürchten, wie auch gewißlich wahr ist, daßGott wahrhaftig zürnet über alle Sünde, es fallen Auserwählteoder Nichtauserwahlte. Menschliche Vernunft dichtet einen un-gleichen Willen Gottes, als wäre Gott wie ein Tyrann, der et-liche Gesellen hatte, deren Wesen er sich gefallen lasse, cs sei gutoder nicht gut, und dagegen hasse er die Andern, sie thun wassie wollen. Also soll man nicht von Gottes Willen gedenken.Dieser Spruch ist ewiglich wahr, Psalm 5: „Du bist nicht einGott, dem gottlos Wesen oder Sünde gefällig ist."
Denn ob Er die Heiligen annimmt, die auch noch Sündean ihnen haben, so nimmt er sie doch nicht ohne eine große Be-zahlung an; Christus hat müssen ein Opfer werden, um wel-ches willen uns Gott annimmt und schonet, so lange wir imGlauben bleiben, und wenn wir im Glauben sind. Und daßdagegen Etliche anziehen, David bitte: „Nimm deinen heiligenGeist nicht von mir!" Darum sei der heilige Geist auch in ihmgewesen, da er den Ehebruch und Todtschlag beschlossen hatte;ach, dieses sind sehr ungeschickte Reden, dagegen Noch ist, rech-ten Unrerricht zu thun, und kann ein Jeder diese Folge leichtrichten, daß aus den Worten des Psalmen nicht folget, daß ernicht zuvor verlassen gewesen sei.
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