82 Don d. Sünden d. Auserwählten, gegen d. k. Naogvrgius.
ist die Sünde eingetreten in alle Menschen zur Verdammniß;"und was Verdammniß heißt, ist offenbar.
Item, da David des Uria Eheweib beschlafen hatte, undhatte den frommen Mann ermorden lassen ic., ist David unterdem Zorn Gottes, und hat seine Heiligkeit und heiligen Geistverloren, so lange, bis er wiederum bekehret wird. Dergleichenist von Andern in solchen Fallen zu reden, und daß dieses Al-les, wie gesagt ist, wahr sei, wird klar bewiesen aus folgendenSprüchen:
Joh. 3: „Laßt euch nicht verführen; wer Gerechtigkeit thut,der ist gerecht; wer Sünde thut, der ist auS dem Teufel." Alsda David die unordentlichen Flammen hat lassen anbrennen unddas Herz gewankt hat, da hat der Teufel ihn getrieben, undhernach den überwundenen David zu größeren Sünden, zu Mordic. getrieben.
Und daß der heilige Geist da weg gewesen, das beweisenweiter die Worte Pauli, Eph. 5: „Kein Ehedreclxer ist ein Mit-erbe im Reiche Christi." Das ist klar geredet von gegenwärtigemEhebruch; so lange der Ehebrecher in diesem Vorsatz ist, ist erkein Erbe im Reiche Christi; daraus folget, daß er nicht gerechtund heilig ist, auch den heiligen Geist nicht hat.
Item, also bald folget, von wegen diesem Werk komme derZorn Gottes über die Ungehorsamen. Item, Rom. 8 machtPaulus diesen nöthigcn Unterschied der Sünden, und spricht:„So ihr nach dem Fleische lebet, werdet ihr sterben; so ihr abermit dem Geiste des Leibes Anreizung tödten werdet, werdet ihrleben!"
Nun ist öffentlich, daß Paulus den Heiligen an diesemOrt predigt, und lehret sie, wie sie heilig bleiben sollen, näm-lich also: so sie den bösen Neigungen widerstreben; dagegen aberspricht: „So ihr nach dem Fleisch lebet, werdet ihr sterben,"d. i.: so ihr den bösen Neigungen folget, seid ihr wieder im ZornGottes, denn dieses nennet er sterben. Ezech. 33: „WelchenTag der Gerechte BöseS thut, will ich aller seiner Gerechtigkeitvergessen ic.; und welchen Tag der Gottlose sich bekehret, undthut Gutes, will ich seiner Sünde vergessen." Dieses ist ja einklarer Text, daß der Gerechte, so er wissentlich und williglich inSünde fällt, nicht mehr gerecht ist.
^poeal^psis 3 straft der heilige Geist die Kirche zu Per-gamus, sie habe bei sich Unrechte Lehrer und Unzucht, und sagt