Von d. Sünden d. Auserwählte», gegen d, k>, NaogorgiuS. 81
sehr kleine Wunde im Gewissen sein, die stößt Glauben und An-rufung weg, wie ein jeder geübter Christ sehr oft erfahren muß.
Darum seht Paulus diese Stücke zusammen, 1. Tim. 1:„Dieses ist die Summa der Lehre: Liebe von reinem Herzen undgutem Gewissen und ungefärbtem Glauben." Item, 1. Tim. 1:„Behalte den Glauben und gut Gewissen." Item, 1. Tim. 3:„Die des Glaubens Geheimniß behalten mit reinem Gewissen."Diese und dergleichen mehr Sprüche, die hernach sollen angezo-gen werden, zeigen an, daß, wo nicht gut Gewissen ist, da istkein Glaube und keine Heiligkeit.
Darum so Einer gerecht wird, obgleich der Glaube an denHeiland Christus Gnade erlanget, daß die Sünden vergebenwerden, und diese Person wird angenommen, so muß dennochböser Vorsatz weg sein, daß also ein gut Gewissen anfange.
Wo nun Glaube und gut Gewissen ist, da ist gewißlich derheilige Geist, und steht demnach das Vertrauen nicht auf eignerWürdigkeit oder gutem Gewissen, sondern auf Christo; undschließen wir, daß wir in Gnaden seien um Christi willen, ausseiner Verheißung, und also kann rechte Anrufung geschehen, wieJohannes spricht, 1. Joh. 3: „So uns unser Herz nicht ver-dammt, so können wir Gott getrost ansprechen, und was wirbitten, das empfangen wir von Ihm." Und obgleich Sünden inden Heiligen bleiben, angeboren Elend und böse Neigung, unddaß das Herz nicht also ernstlich Gott fürchtet, vertrauet rc., wel-ches Alles nicht für geringen Schaden zu achten, sondern sindgroße Sünden; gleichwohl ist diese Schwachheit weit zu unter-scheiden von wissentlicher Bewilligung und bösem Vorsatz, der dasGewissen unrein macht. Solche Sünde und Heiligkeit stehennicht beisammen, und sollen wir nicht disputiren von der Vor-sehung, sondern von Gottes Zorn, in seinem Wort geoffenbaret,und darnach wiederum Gnade suchen.
Und daß solcher Fall in den Auserwahlten die Heiligkeitwegnehme, und den heiligen Geist wegtreibe, das ist erstlich ganzoffenbar an Adam und Eva, welche auserwahlt gewesen, habenaber gleichwohl ihre Heiligkeit und heiligen Geist verloren, daßdurch diese Verwundung der ersten Menschen hernach alle Men-schennatur schwach und sündig ist, und so sie nicht wiederum auf-gerichtet waren, waren sie in ewiger Verdammniß blieben; dennso viel diese Mittelzeit belanget, sind sie in Gottes Zorn wahr-hafliglich gewesen, denn diese Sachen sind nicht Spiegelfechten.Paulus spricht mit klaren Worten: „durch Einen Menschen
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